Archive for the ‘Polemitik’ Category

Ein Brief an Ulrike

18. August 2015

Lange, lange ist es her, da ich diesen Blog mal mit Einträgen gefüllt habe. Aber dieser eine, der muss mal raus. An „Ulrike“. Sie – ich nehme mal an, es ist eine Sie – hat einen Artikel bei Yahoo! (sic!) kommentiert, wo Jan Rübel die Frage beantwortet: „Hetzt die Bild-Zeitung gegen Flüchtlinge?“. Seine Antwort ist ein klares Radio Eriwan: „Im Prinzip ja, aber…“.

Um diesen Beitrag soll es an dieser Stelle aber gar nicht gehen, das können andere viel besser. Stefan Niggemeier beispielsweise, von dem sich Bild.de-Chef Julian Reichelt (über den ich leider nicht schreiben darf, was ich denke – ich kann es höchstens andeuten: Ein Mann, dessen Niveau für Taucher eine größere Herausforderung darstellen dürfte als der Marianengraben) als Mensch angegriffen fühlt. Oder auch Mats Schönauer vom BILDblog, der den Twitter-Krieg mit seinen Beiträgen überhaupt erst ausgelöst hat und immer wieder (wie hier von „taz“-Blogger Detlef Guertler) mit Niggemeier verwechselt wird – weil nicht nur für die Simpel aus dem Hause Springer ja ohnehin alles, was vom BILDblog kommt, Niggemeier gewesen sein muss, denn komplexere Zusammenhänge überfordern leicht.

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Friedrichs Welt

23. Oktober 2012

von Henning Schacht [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrichs (CSU) wurde gestern in der „Welt“ mit überraschenden Aussagen zitiert. Kenner der Materie dürften sich gefragt haben, was mit dem bloß plötzlich los war… Mein erster Reflex: Das ist Einlullen nach plattestem Schema. Es ist wirklich kaum vorstellbar, dass ein Mann, der anscheinend Mühe hat, auf das Stichwort „Internet“ hin nicht in pawlow’scher Art mit der Erwiderung „rechtsfreier Raum“ zu antworten, der für Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner steht, nun plötzlich für Freiheitsrechte trommelt. Es sei denn, er sieht seinen Job in Gefahr.

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Bitte mitzeichnen !

7. Oktober 2012

Noch bis Mittwoch läuft eine Online-Petition zur Ablehnung des Gesetzentwurfes für das Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Das Quorum liegt bei 50.000 Mitzeichnungen. Ein Scheitern wäre fatal! Warum, das brauche ich nicht nochmal wiederkäuen, das haben andere schon ausreichend und qualitativ hochwertig getan.

Daher mein Appell: Bitte mitzeichnen!

Herzlichst,
Euer Fuxi

Der arme Twitter-Peter

16. Mai 2012

Die ärmste Sau im Land heute ist für mich der arme, twitternde CSU- Bundestagsabgeordnete Peter Altmaier (@peteraltmaier). Wie muss das heute wohl für ihn gewesen sein? Ich stelle mir das so vor:

Da stand er, nichts Böses denkend, auf dem Gang des Reichtstagsgebäudes vor dem Saal des Gemeinsamen Ausschusses, den Blick auf sein Smartphone gerichtet, als die Bundeskanzlerin vorbeischritt. Höflich, wie man nun mal ist, blickte er hoch, grüßte freundlich mit einem Kopfnicken und widmete sich wieder seinen Pausentätigkeiten. In diesem Moment wurde Angela Merkel klar: „Mensch, ‚Altmaier‚ klingt ja fast wie ‚Altmeiler‚ – jetzt kann ich den Röttgen endlich absägen!“ Und sie verbrauchte das einzige Lächeln, das Gott ihr pro Woche schenkt, in just diesem Augenblick…

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Der Chefdemagoge der BamS …

23. April 2012

… heißt möglicherweise Michael Backhaus. Aktuell hat er einen Kommentar geschrieben, der – typisch BILD – wieder einmal unsachlich gegen den anscheinend größten Feind im Land geht, wenn man die Presselandschaft so überblickt: Die Piratenpartei. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er gern FDP-freundliche Kommentare schreibt, Patrick Döring eine Selbstdarstellungsplattform ein freundliches Interview ermöglicht und die Piraten der FDP den Rang abzulaufen drohen. Aktuell feuert er unter dem Titel „Umsonst ist geklaut“ gegen die Piraten – bemerkenswerterweise sogar unter Verzicht auf Nazi-Anspielungen! Das will was heißen, wenn das Thema selbst ihm zu billig ist…

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Gibt es eigentlich einen Wettbewerb …

3. April 2012

… um den Titel des widerlichsten Rechtsstaatsfeindes im deutschen Schreiberwesen?

Es gibt ja vielerlei Beiträge in deutschen Publikationen, die sich dafür qualifizieren würden. Verschiedene BILD-Bodensatzbediener sind immer wieder heiße Anwärter auf diesen virtuellen Award – liegt in der Natur der Sache und der Zielgruppe des Blattes. In seltener Konkurrenz dazu steht, wie der „Oldenburger Lokalteil“ wundervoll aufdröselt, auch die Nordwest-Zeitung (NWZ) mit ihrer eindeutig identifizierenden Berichterstattung über den 17-jährigen Verdächtigen im Emdener Mordfall. Aber da muss doch noch mehr gehen, schien sich Stephanie Lamprecht zu denken, als sie einen Artikel für die Hamburger Morgenpost verfasste.

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Was ich Björn Böhning in die Kommentarspalte schrieb

2. April 2012

(Anmerkung 02.04.2012, 16:23 Uhr: Mein Kommentar wurde von Böhning oder seinem Blog-Administrator aus der Kommentarspalte getilgt. War wohl nicht konformistisch genug für die SPD. Und da wundern sich die Sozis, warum immer wieder gefragt hat, wer uns verraten hat…)

Björn Böhning ist netzpolitischer Sprecher der SPD und „Chef der Berliner Staatskanzlei im Range eines Staatssekretärs“. Anlässlich des Ablaufs der ersten 100 Tage, politisch immer eine Schonfrist für eine Regierung oder Parlamentsfraktion, arbeitete er sich unter dem Titel „Alles nur Polemik“ im Blog seiner Webseite an der Piratenpartei ab. Das konnte ich einfach nicht unkommentiert lassen.

(Anmerkung: Der Text wurde von mir orthografisch, grammatikalisch, akzentual und im Sinne der Lesbarkeit gestalterisch überarbeitet. Textuale Ergänzungen bzw. Veränderungen für den Leser dieses Blogs wurden in grün gekennzeichnet.)

Ach, Herr Böhning…

Ich hätte beinahe vergessen, warum ich seit 2005 nicht mehr SPD wähle. Danke für die Erinnerung an die Gründe!

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Peinlich, peinlich…

22. März 2012

Vorgestern fand im „Haus der Jugend“ in Winterhude eine Veranstaltung der SPD statt. Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau-Rosenfeldt, zu deren Ressort auch das Thema Umwelt gehört, hatte geladen, um mit den Anwesenden über die Energiewende in Hamburg seit der AKW-Katastrophe in Fukushima zu diskutieren. Vor ihrem Amtsantritt war sie Rechtsschutzsekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund und für die IG Metall Küste Mitglied in mehreren Aufsichtsräten, unter anderem bei Airbus. Man sollte also meinen, beim Aufruf einer Frau, die auch noch im angrenzenden Stadtteil Alsterdorf wohnt, zu einer Informationsveranstaltung dürfte kein peinlicher Fehler vorkommen.

Tja, aber was ist dann das?

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Der arme Norbert

20. März 2012

2011 Norbert Röttgen 1

By J. Patrick Fischer (Own work) [GFDL (www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Ich hab ja selten Mitleid mit Politikern. Eine Ausnahme bildet im Moment Norbert Röttgen, denn den beneide ich derzeit nicht. Eigentlich sowieso nicht – er ist ja CDU-Mitglied. Aber seine Situation ist nicht gerade angenehm.

Wer es nicht mitbekommen hat: Norbert Röttgen ist amtierender Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ja, das stimmt! Ungelogen! Dass man davon überrascht sein kann, liegt am Umstand, dass es der gute Herr Röttgen mit seinem Amte hält wie einst Angela Merkel auf dem gleichen Posten im Kabinett Helmut Kohls: Bloß nicht auffallen! Und das wäre er kürzlich auch nicht, hätte sich nicht irgend ein blöder Depp daran erinnert, dass da ja noch was war mit der Schachtanlage Asse und dem Endlager-Desaster. So musste er tatsächlich sein sicher schickes Büro in Berlin verlassen und vor Ort in aller Öffentlichkeit Handlungsbereitschaft und Dringlichkeit vortäuschen.

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Die Inflation der Radikalität

11. Dezember 2011

Im Niedersächsischen Landtag gab es unter der Woche einen handfesten Eklat: Bei einer Debatte über Flüchtlingspolitik brandmarkte die migrationspolitische Sprecherin der Grünen, Filiz Polat, die Abschiebepraxis des CDU-geführten Innenministeriums von Law-and-Order-Lautsprecher Uwe Schünemann – der immer dann zu hören ist, wenn es darum geht, Verfassungsbrüche zu fordern, möglichst viele Bundesbürger (potenziell) zu kriminalisieren und sich in maximalem Ausmaß zu blamieren („Killerspiele“-Verbot, präventive Telefonüberwachung, Flugzeugabschuss, Vorratsdatenspeicherung, Websperren gegen Kinderpornografie und eine noch längere Liste politparanoiden Unsinns) – als inhuman und menschenrechtswidrig. Soweit, so normal. Dass die Grünen die Abschiebepraxis der Schwarzen kritisieren, kommt so häufig vor wie der Umstand, dass die Abschiebepraxis der Schwarzen kritikwürdig ist. Und dass diese Kritik an Schünemann und seiner Behörde fundiert ist, kann man sich gerade bei ihm sehr gut vorstellen.

Der Eklat jedoch war ein Zwischenruf aus der Unionsfraktion. Die Abgeordnete Gudrun Pieper sah sich angesichts der Verbalattacke zu einem Kommentar Richtung Polat genötigt, dessen Tragweite sogar in der CDU erkannt wurde und Pieper einen Ordnungsruf nebst Forderungen nach ihrer Mandatsniederlegung einbrachte:

„Am besten hätte man Sie abschieben sollen!“

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