Archive for the ‘Nachdenkliches’ Category

Spam-Forensics

2. Juni 2012

Folge 1: Mastercard-Phishing

Was ist „Spam-Forensics“? Es soll eine kleine Serie sein – und ich bin mir sehr sicher, dass es eine Serie wird -, in der ich Spam- und Phishing-Mails, die durch mein Spamfiltersystem gerutscht sind, analysiere. Es wird mich wohl nicht direkt zum Übeltäter führen, aber ich kann zumindest dem Leser aufzeigen, warum sich unsereins mit so etwas herumschlagen muss, wo die Gefahr liegt und wie man dem entgegnet.

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Schuss nicht gehört

31. März 2012

BILD erstaunt mich immer wieder. Und nicht nur immer wieder, sondern auch immer widerlicher. Wie nennt man eigentlich so ein Dreckspack? Heuchler, Pharisäer – das alles trifft’s doch nicht wirklich! Und wenn man sie nur „Journaille“ oder „Journalisten“ nennt, tut man Leuten wie Stefan Niggemeier, Lukas Heinser, Jens Weinreich, Heribert Prantl oder dem leider viel zu früh verstorbenen Robin Meyer-Lucht wieder mehr als Unrecht.

Nehmen wir doch mal zwei aktuelle Fälle: Zum einen den Kindermord in Emden, zum anderen die Vergewaltigung auf der Schultoilette in Berlin.

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Die Nichtversteher bei Spiegel Online

11. Januar 2012

Zunächst will ich mal einen Sachverhalt schildern. Am 2. Juni 2007 sorgte ein dänischer Fan beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und Schweden beim Stand von 3:3 für einen Spielabbruch, als er aufs Feld rannte und den deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel, der gerade in der 88. Minute Christian Poulsen vom Platz gestellt und Strafstoß gegen Dänemark verhängt hatte, tätlich angriff. Fandel brach den Statuten entsprechend ab. Die UEFA wertete das Spiel 3:0 zugunsten von Schweden, verhängte zunächst 61.000 Euro Geldstrafe gegen den dänischen Verband DBU, sowie die Austragung des Spiels gegen Liechtenstein unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vier weitere Heimspiele in wenigstens 250 Kilometer Entfernung von Kopenhagen. Später wurde das Urteil dahingehend reduziert, dass nur 30.000 Euro Geldstrafe zu zahlen war und die Entfernung mindestens 140 Kilometer betragen musste, so dass sie zumindest in Aarhus spielen konnten und nicht nach Deutschland, Schweden, Norwegen oder Grönland ausweichen mussten. Der Verursacher wurde im Strafprozess zu 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Danach gab es einen Zivilprozess, in dem er zunächst zur Zahlung von 121.000 Euro Schadenersatz an die DBU verurteilt wurde, in der Berufung erhöhte das Gericht die Summe auf knapp 250.000 Euro.

Und jetzt die Frage: Wie viele bei Spiegel Online haben das verstanden?

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Der Glückskeks

2. Januar 2012

Stand Neujahr im Glückskeks:

„Unerwartetes Glück steht Dir ins Haus.“

Wenn ich jetzt aber Glück habe, wie kann es dann unerwartet sein, wenn ich durch diesen Glückskeks unerwartetes Glück erwarten kann?

Krieg light

1. April 2011

„Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Das war mein Gedanke, als der UN-Sicherheitsrat die Flugverbotszone über Libyen beschloss. Die Arabische Liga – bestehend aus Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästina, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tunesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten – befürwortet zwar das Eingreifen der UN – zumindest offiziell -, was wohl entscheidend für den Beschluss war. Mit dem Einsatz selbst wollen die arabischen Staaten aber nichts zu tun haben (mit Ausnahme der Emirate).

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Der Zen des Charlie Crews (2)

10. Januar 2011

Kürzlich habe ich über die Wut geschrieben, und welch Weisheit in einem Zen-Spruch steckt, die die Figur des Charlie Crews (gespielt von Damian Lewis) in einer Szene der Pilotfolge von „Life“ einem provozierenden Gefängniswärter entgegnet. Der Wärter hat – wie zu erwarten war – nichts dafür übrig und fragt Charlie erbost:

„Wollen Sie sich über uns lustig machen?“

Daraufhin sagt Crews:

„Das Universum macht sich über uns alle lustig.“

Dani Reese, Crews‘ Partnerin, ist verwirrt und fragt ihn draußen vor der Gefängnismauer (an der witzigerweise steht: „No Re-Entry“„Kein Wiedereintritt“):

„Wieso sollte sich das Universum über uns lustig machen?“

Und Crews antwortet:

„Vielleicht ist es unsicher…“

Dani kommt sich veralbert vor und bleibt verdutzt stehen. Zurecht?

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Verlogene Diskussion

6. Dezember 2010

Disclaimer: Ich bin kein Fan von „Wetten dass..?“ Auch nicht das Gegenteil. Mir ist die Sendung relativ egal. Ich gehöre offenbar nicht zur Zielgruppe: Ich interessiere mich nicht für GNTM und somit auch nicht für Sara Nuru; ich schmunzle über die verschiedenen Verarschungen der Freuchttraumidole 13- bis 16-jähriger Mädchen – also Justin Bieber, Bill Kaulitz und Co. -, aber auch der Pubertierendenträume wie Lena Meyer-Landrut oder Schlampe-To-Be Miley Cyrus; trotz fortgeschrittenen Alters ist Take That völlig an mir vorbei gegangen bzw. an meinen Ohrenstöpseln. Die aufgesetzte Witzigkeit von Thomas Gottschalk hat sich bei mir schon lange abgenutzt, und sein Sidekick Michelle Hunziker, die – da bin ich mir sicher – garantiert nur deswegen verpflichtet wurde, damit sich in ZDF-Seher-Haushalten der Mann nicht gegen das Einschalten von „Wetten dass..?“ wehrt, ist für mich die perfekte Ergänzung zu Thommy, weil genauso unerträglich. Insgesamt bin ich nicht die Zielgruppe des Zweiten Deutschen Fernsehens, und daher kriege ich von der Sendung immer nur beim Zappen etwas mit, wenn woanders gerade Werbepause ist.

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Der Zen des Charlie Crews (1)

3. Dezember 2010

Ich bin ein Fan der leider viel zu früh abgedrehten Krimiserie „Life“. Wer sie nicht kennt: Detective Charlie Crews saß 12 Jahre lang unschuldig im kalifornischen Staatsgefängnis Pelican Bay und wurde dort mehrfach brutal misshandelt, bis seine Anwältin seine Unschuld beweisen konnte und ihn da rausholte. Crews wurden per Absprache mit der Gegenseite 50 Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen und die Rückkehr in den Polizeidienst. Und neben den alltäglichen Fällen wie einem aus dem Fenster gefallenen Engel, einem halbierten Mann oder Leichen, die erstickt in Kisten über das Stadtgebiet verteilt gefunden werden, versucht er auf eigene Faust, den wahren Mörder seines Freundes Tom Seybolt und dessen Familie zu finden, dazu die überlebende Tochter Rachel und die Verschwörer der Ermordung. Im Gefängnis wendete sich Crews dem Zen-Buddhismus zu, und Einflüsse dessen finden sich in seiner täglichen Arbeit wieder. Einige Weisheiten sind es wert, dass man über sie nachdenkt, sich mit ihnen auseinandersetzt und sie gegebenenfalls widerlegt. Bei mir als philosophisch angehauchtem Menschen fällt so etwas natürlich auf fruchtbaren Boden.

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Ein göttlicher Gedanke

20. November 2010

Ich glaube daran, dass der Mensch vernünftig sein kann. Ich glaube daran, dass ein Mensch die Konsequenzen seiner Handlungen begreifen, abschätzen und seine Handlungen danach ausrichten kann. Ich glaube an den Grundsatz: „Die persönliche Freiheit endet dort, wo sie die eines anderen beschneidet.“ Und ich bin Verfechter des Kategorischen Imperativs von Immanuel Kant, der da sinngemäß lautet: „Handle so, dass die Maxime Deines Denkens zugleich Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte.“ Was nichts anderes heißt, als dass man sich jederzeit so verhalten soll, wie man will, dass sich andere in der gleichen Situation verhalten. Ich glaube daran, dass jeder geistig gesunde Mensch dazu in der Lage ist. Aber ich glaube nicht an Gott. Das vorausgeschickt, möchte ich einen für mich interessanten und wahrscheinlich sehr kontroversen Gedanken äußern. Sollte sich ein Leser auf den Schlips getreten fühlen: Pech gehabt – Du weißt ja, wie man den Browser oder zumindest den Tab mit meinem Blog schließt…

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