Ein Schelm, der …

Riester Rente Riesterrente Berlin… Böses dabei denkt.

Bei „ZEIT online“ ist auf der Wirtschaftsseite derzeit ein Artikel zu lesen mit dem Thema Altersvorsorge. Genauer: „Sparen: Bereitschaft zur Altersvorsorge sinkt“. Darin geht es um eine Umfrage des Allensbach-Instituts, die ergab, dass der durchschnittliche Betrag, den die Deutschen für das Alter sparen, von 204 (2005) auf 185 Euro zurückgegangen sei. Schuld sind mal wieder die Jungen – wer denn auch sonst? In der Geschichte der Erde hat die Jugend in der Meinung der Alten ohnehin noch nie was getaugt.

Was man da liest bei „ZEIT online“, ist mal wieder ein schönes Beispiel für lobbygesteuerte Panikmache. „Lobbygesteuert“ aus folgendem Grunde:
Dem „Post-Vorstand Michael Meyer“ werden satte drei Absätze eingeräumt, in denen er sagt, das sei alarmierend, fahrlässig und in falscher Sicherheit gewogen. Nur verschweigt die ZEIT-Onlineredaktion da leider etwas – oder hat es zumindest versäumt, die AFP- und Reuters-Mitteilungen eingehender zu Recherchieren. Was nämlich als „Post-Vorstand“ eher harmlos daherkommt, ist vielmehr und korrekter Postbank-Vorstand. Jener Dr. Michael Meyer ist nämlich Manager eben jenes Instituts im Ressort „Retail“, mit den Geschäftsbereichen „Produkte“, „Direktvertrieb“, „Steuerung Retail“, „Drittvertrieb“ und „Postbank Direkt GmbH“. Zu deutsch: Er ist derjenige, dessen Boni (geringer) ausfallen und der auf den Deckel bekommt, wenn die Postbank weniger Produkte absetzt. Produkte wie – Überraschung! – die „lebenslange Zusatzrente“ , wahlweise als „PB Privat Rente“ oder „PB Sofort Rente“.

Davon erfährt der „ZEIT online“-Leser freilich nichts. Wozu auch? Leider ist Zeit online zumindest nicht dreist genug, neben dem Artikel Postbank-Werbung zu schalten. Aber vielleicht finden sich ja zum Ausgleich in der Papierform aktuell oder demnächst großformatige Anzeigen? Immerhin ist es für die Finanzwirtschaft einer Katastrophe gleich, dass die Riesterrente nach Aussage des Allensbach-Instituts an Bedeutung verliert, von 31 auf rund 25 Prozent. Und es scheint überraschend zu sein, dass 48 Prozent der Befragten eine private Zusatzrente ablehnen – die ohnehin eher selten Vorteile für den angehenden Rentner bringt, man denke nur mal an die Anrechnung auf Leistungen aus der Arbeitslosen- bzw. Sozialversicherung bei Riester.

Davon abgesehen: Woher wohl sollen die gescholtenen Jungen das Geld für private Altersvorsorge nehmen? Die „Generation Praktikum“ hat dafür kaum das Geld. Arbeitslose und Geringverdiener sowieso nicht. Und selbst wenn man dafür anderweitig Konsum einschränken würde – Konsum bedeutet letztlich binnenwirtschaftliche Arbeitsplätze. Nun erkläre man mal dem Regalfüller im großen Elektronikmarkt, warum er sich nicht nur keine Altersvorsorge leisten können, sondern auch nicht arbeiten dürfen soll, weil sein Arbeitsplatz mangels Umsätzen wegrationiert wird – und wovon er privat fürs Alter vorsorgen soll?

Dazu lässt sich „ZEIT online“ nicht aus. Wozu auch? Das würde ja Werbeverträge kosten – und von irgendwas müssen sich die ZEIT-Verlagsangestellten ja privat rentenzusatzversichern…

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: