Aufschlussreicher erster Test

Catharina Schimpf schirmt den Ball gegen Charlotte Kuziek ab

Catharina Schimpf schirmt den Ball gegen Charlotte Kuziek ab

Vorbereitungsspiel
Bramfelder SV – SSC Hagen Ahrensburg 4:1 (3:1)

Bramfelder SV: Andrea Rehfeldt [1] – Dorit Evers [16] (31. Nina Stietz [15] / 62. Dorit Evers [16]), Frauke Graetz [4] (37. Catharina Schimpf [10] / 62. Buket Korkmaz [18] / 80. Frauke Graetz [4]), Buket Korkmaz [18] (31. Julia Hoffmann [7] / 80. Sandra Pansch [21] / 90.+1 Theresa Schaak [17]), Paula Ziselsberger [3] (31. Shirin Lentfer [12] / 80. Nina Stietz [15]) – Catharina Schimpf [10] (31. Sina Ahlers [6]), Isabell Maier [11] (62. Josephine Scholz [9]) – Denise Stroda [13] (31. Theresa Schaak [17] / 62. Jennifer Kaminski [14]), Josephine Scholz [9, C] (31. Carina Blumroth [8] / 73. Catharina Schimpf [10]), Jennifer Kaminski [14] (31. Sandra Pansch [21] / 62. Paula Ziselsberger [3]) – Jacqueline Bleser [19] (62. Denise Stroda [13])
SSC Hagen Ahrensburg: Michelle Kämereit [1] – Lena Banse [3], Rike Bohn [4, C], Jessica Timm [2] – Charlotte Kuziek [7], Miriam von Gönner [10] – Hannah Trumpf [8], Maie Stein [9], Jana Holla [6] – Anke Gollnest [11] (56. Lisa Stein-Schomburg [13]); ab 56. Jana-Lisa Wöbcke als 11. Spielerin
Schiedsrichter: Thorsten Kaisen (SC Osterbek) mit Sabrina Reinhart (SC Eilbek) und Philip-Alexander Belkin (SC Osterbek)
Zuschauer: 20
Tore: 1:0 Maier (19.), 1:1 Trumpf (37.), 2:1 Bleser (40.), 3:1 Blumroth (44.), 4:1 Pansch (60.)
Gelbe Karten: – / –

Spielbericht

Neun Tage nach dem Trainingsauftakt stand für die Mannschaft von Manuel Alpers die erste kleine Standortbestimmung auf dem Plan. Zu Gast war der Vorjahresdritte der höchsten Liga Schleswig-Holsteins, der SSC Hagen Ahrensburg. Der jedoch reiste mit einem Handicap an: Zu zehnt, mit Feldspielerin Michelle Kämereit anstelle von Jessica Tschechne im Kasten und mit Anke Gollnest aus der zweiten Mannschaft als einziger Spitze. Entsprechend musste Goalgetterin Maie Stein im Mittelfeld helfen. Bramfeld hingegen hatte einen vollen Kader dabei, darunter mit Paula Ziselsberger, Jennifer Kaminski und Jacqueline Bleser drei Neue vom Lokalrivalen HSV, sowie Isabell Maier und Theresa Schaak, die aus dem eigenen Nachwuchs nachgerückt waren.

Kopfballchance für Maie Stein

Kopfballchance für Maie Stein

Hielten beide nichts von Abwehrarbeit? Spielten beide mit offenem Visier? Waren beide noch in Gedanken im Strandurlaub? Warum auch immer: Es wurde ein sehr flotter Beginn. Den ersten Schuss gab Youngster Isabell Maier kurz vor Ablauf der ersten Minute ab, er war kein Problem für Kämereit. Dann legte der SSC Hagen los. Stein umspielte Frauke Graetz im Strafraum und zwang BSV-Keeperin Andrea Rehfeldt zu einer Fußabwehr (2.). Eine Minute später musste Rehfeldt wieder eingreifen, als Miriam von Gönner nach Steilpass von Hannah Trumpf zum Schuss kam. Sie bog das Leder um den Pfosten. Und wieder nur 60 Sekunden später köpfte Stein einen Eckball von Jana Holla über die Latte (4.). Bramfeld sortierte sich und hielt dagegen. Nach einer Halbfeldflanke von Dorit Evers nahm Bleser den Ball am Strafraum an und drehte sich, doch Kämereit lenkte ihren Schuss über die Latte (7.). Eine Minute darauf hielt Kämereit einen gemeinen Distanzschuss von Catharina Schimpf mit den Knien – sie klemmte den strammen Strahl dazwischen ein! Kurios, aber effektiv. Und in der zehnten Minute zog Maier ihren Schuss nach Ablage von Denise Stroda genau auf die Keeperin.

Schulmäßig taucht Michelle Kämereit ...

Schulmäßig taucht Michelle Kämereit …

.. beim Schuss von Isabell Maier ab ...

.. beim Schuss von Isabell Maier ab …

... und greift sicher zu

… und greift sicher zu

Sieben Torchancen in zehn Minuten – unterhaltsamer geht’s nicht. Dass beide das Anfangstempo nicht würden halten können, war klar. Nach etwa einer Viertelstunde zeigte die Hagener Unterzahl schon Wirkung. Der Bramfelder SV erspielte sich Vorteile. Fleißigste Schützin war jedoch eine der jüngsten, Isabell Maier. Nach Ablage von Bleser gab sie nach 16 Minuten schon ihre dritte Empfehlung ab. Das nennt man wohl Entschlossenheit. Sie brachte zwei Minuten später auch einen Eckball herein, den Stroda links vorbei köpfte.

Wieder versucht es Isabell Maier mit einem Torschuss

Wieder versucht es Isabell Maier mit einem Torschuss

In der 19. Minute war es dann soweit. Kaminski wurde rechts steil geschickt und gab den Ball quer vor das Tor. Kämereit war vor Bleser am Ball, konnte ihn in Bedrängnis aber nicht sichern. Maier erlief die Kugel und setzte sie gegen den Lauf der Ahrensburgerinnen, die bis zur Linie zurückgeeilt waren, rechts zum 1:0 ins Netz. Verdient für Bramfeld, aber besonders verdient für Maier, die keinerlei Anpassungsprobleme zeigte.

Bei Jennifer Kaminskis Hereingabe ...

Bei Jennifer Kaminskis Hereingabe …

... ist Kämereit mit einer Hand am Ball ...

… ist Kämereit mit einer Hand am Ball …

... aber Isabell Maier setzt nach ...

… aber Isabell Maier setzt nach …

... und setzt den Ball vom Elfmeterpunkt ...

… und setzt den Ball vom Elfmeterpunkt …

... neben den Pfosten zum 1:0 ins Netz

… neben den Pfosten zum 1:0 ins Netz

Die Partie verflachte etwas – nach nicht einmal zwei Wochen Training kaum verwunderlich. Beide hatten in dieser Phase Mitte der ersten Hälfte vereinzelte Chancen. Für Bramfeld zielte Schimpf aus 20 Metern vorbei, später fand ein Schuss von Maier nach Kaminskis Zuspiel nur Kämereit. Dazwischen traf Trumpf auf Vorlage von Stein das Netz, jedoch nur von außen (27.).

Nach Pass von Maie Stein hat Hannah Trumpf die Chance ...

Nach Pass von Maie Stein hat Hannah Trumpf die Chance …

... trifft aber nur das Außennetz

… trifft aber nur das Außennetz

Auf der Gegenseite flankte Kaminski an den Elfmeterpunkt, Scholz nahm den Ball mit vollem Risiko volley und drosch ihn Richtung Tor – rechts vorbei (31.). Bramfelds Coach Manuel Alpers nutzte nach einer halben Stunde sein volles Wechselkontingent: Ziselsberger, Evers, Korkmaz, Scholz, Schimpf, Stroda und Kaminski verließen auf Zuruf das Spielfeld, und es kamen dafür Shirin Lentfer, Nina Stietz, Julia Hoffmann, Carina Blumroth, Sina Ahlers, Neuzugang Theresa Schaak und Sandra Pansch.

Technisch ansprechende Torgelegenheit für Josephine Scholz ...

Technisch ansprechende Torgelegenheit für Josephine Scholz …

... sie trifft den Ball satt ...

… sie trifft den Ball satt …

... setzt ihn aber rechts daneben

… setzt ihn aber rechts daneben

Die Wechsel brachten erwartungsgemäß erst einmal etwas Unordnung, die der SSC Hagen nun nutzte. Zunächst zielte Charlotte Kuziek, die technisch ansprechend wie taktisch fleißig die Fäden im Ahrensburger Mittelfeld zog, aus 22 Metern über das Tor (33.). Dann passte sie steil, doch von Gönnern konnte ihr Zuspiel nicht verwerten. Hannah Trumpf machte es besser: Sie nutzte einen Pass von Kuziek in der 37. Minute per Lupfer über Rehfeldt hinweg zum 1:1.

Kopfballduell zwischen Charlotte Kuziek und Sina Ahlers

Kopfballduell zwischen Charlotte Kuziek und Sina Ahlers

Direkt im Anschluss nahm Alpers nun Frauke Graetz aus der Innenverteidigung heraus und brachte dort wieder seine Allzweckwaffe Catharina Schimpf. In der Folgezeit schwanden bei den Gästen wieder die Kräfte, Bramfeld fand besser hinein und kam zum 2:1. Zuerst vergab Pansch noch nach Querpass von Blumroth aus drei Metern.

Carina Blumroth gibt den Ball quer ...

Carina Blumroth gibt den Ball quer …

... an Kämereit vorbei auf den langen Pfosten ...

… an Kämereit vorbei auf den langen Pfosten …

... Sandra Pansch rauscht heran ...

… Sandra Pansch rauscht heran …

... und vergibt aus drei Metern

… und vergibt aus drei Metern

Dann aber nutzte Bleser eine unübersichtliche Strafraumsituation, als es Ahrensburg nicht zu klären gelang, nach einem Fehler von Kämereit zum erneuten Führungstor. Und kurz vor der Pause war es Blumroth, die den Ball von Schaak erhielt, zur Mitte lief und aus 22 Metern mit Hilfe des Innenpfostens den 3:1-Halbzeitstand herstellte.

Bei Blumroths Schuss zum 3:1 war Kämereit machtlos

Bei Blumroths Schuss zum 3:1 war Kämereit machtlos

Der Spielstand ging durchaus in Ordnung. Dennoch lieferten beide Teams in der ersten Halbzeit Bemerkenswertes ab: Bedenkt man den frühen Stand der Vorbereitung und dem Umstand, dass der Gast in Unterzahl agierte, waren es sehr ansprechende 45 Minuten gewesen. 19 Torchancen, davon vier Tore in 45 Minuten – Folge von Fehlern auf beiden Seiten, aber auch Ausdruck der sichtbaren Lust am Fußball.

Jessica Timm vor Nina Stietz

Jessica Timm vor Nina Stietz

Beide Teams kamen unverändert aus der Halbzeitpause. Und doch änderte sich eine Menge. Denn fast eine Viertelstunde lang passierte in Strafraumnähe praktisch nichts. Ahrensburg stand etwas tiefer und kompakter, ließ dadurch wenig zu. Und Bramfeld suchte seine Linie, agierte häufig zu umständlich. Erst als die Gäste durch das späte Eintreffen von Lisa Stein-Schomburg, die für Anke Gollnest ins Spiel kam, und Jana-Lisa Wöbcke als komplettierende Spielerin in der 56. Minute endlich zu elft auf dem Feld stand, nahm die Begegnung wieder etwas mehr Tempo auf. Zunächst hatte Bramfeld Vorteile. In der 59. Minute verzog Maier aus 23 Metern deutlich. Eine Minute später schlug Bleser den Ball rechts auf Pansch. Deren Flanke flog hoch Richtung Tor, Kämereit ließ den Ball über die Finger gleiten, dahinter verpassten Freund und Feind, und er landete zum 4:1 im Kasten (60.).

Julia Hoffmann klärt vor Lisa Stein-Schomburg

Julia Hoffmann klärt vor Lisa Stein-Schomburg

Doch als es schien, dass die Gastgeberinnen wieder überlegener werden würden, bröckelte der Spielfluss abrupt durch einen erneuten Sechsfachwechsel: Schimpf, Bleser, Pansch, Maier, Schaak und Stietz raus, dafür Ziselsberger, Kaminski, Scholz, Korkmaz, Stroda und Evers wieder rein (62.). Dadurch kam der SSC wieder etwas besser in die Partie. Kuziek setzte einen Freistoß aus 18 Metern über das Gehäuse.

Kuziek tritt einen Freistoß aus gefährlicher Position ...

Kuziek tritt einen Freistoß aus gefährlicher Position …

... zieht ihn scharf über die Mauer ...

… zieht ihn scharf über die Mauer …

... der Ball senkt sich bedrohlich aufs kurze Eck ...

… der Ball senkt sich bedrohlich aufs kurze Eck …

... und fliegt doch knapp über die Latte

… und fliegt doch knapp über die Latte

Dann konnte Bramfeld eine Ecke von Stein-Schomburg nicht klären, Kuziek legte ab, und Rehfeldt musste bei Steins 14-Meter-Flachschuss abtauchen (67.). Fünf Minuten später war Blumroth in höchster Not im Strafraum zur Stelle und verhinderte einen Abschluss von Stein, die nach Pass von Stein-Schomburg freie Bahn hatte. Nach dieser Aktion musste die Retterin allerdings mit Knieproblemen raus. Schimpf kam wieder rein (73.). Und sie hätte beinahe mitjubeln dürfen. Lentfer schickte rechts Ziselsberger mit einem langen Schlag steil. Die Flügelspielerin war schneller als ihre Gegenspielerin, schlenzte dann aber aus spitzem Winkel am langen Eck vorbei.

Maie Stein wird im Strafraum ...

Maie Stein wird im Strafraum …

... von Carina Blumroth doch noch entscheidend gestört

… von Carina Blumroth doch noch entscheidend gestört

Die zweite Halbzeit war dennoch insgesamt schwächer. Nach etwa einer Stunde bauten beide Teams kräftemäßig deutlich ab. Dazu kamen die Wechsel wie in der 80. Minute, als Stietz, Graetz und Pansch für Lentfer, Korkmaz und Hoffmann zurückkamen. Für Pansch sollte das Folgen haben. Nach 85 Minuten verdrehte sie sich im Zweikampf mit Stein-Schomburg ohne Eingreifen der Gegenspielerin böse das Knie und blieb vor Schmerz schreiend liegen. Nach vier Minuten Behandlung humpelte sie, von einer Teamkollegin gestützt, vom Feld. Trotz Wechseloption beharrte Trainer Alpers auf Unterzahl und stellte hinten auf Dreierkette um. Als Sekunden vor dem Ende in der Nachspielzeit doch noch Schaak wieder das Team auffüllte, blieb es bei drei Abwehrspielerinnen. Für Torchancen reichte die Zeit nicht mehr.

Charlotte Kuziek entwischt Isabell Maier

Charlotte Kuziek entwischt Isabell Maier

Lisa Stein-Schomburg im Zweikampf mit Shirin Lentfer

Lisa Stein-Schomburg im Zweikampf mit Shirin Lentfer

Dieser erste Test war in der Summe gesehen durchaus ansprechend. Bramfeld zeigte ordentliche Ansätze, der SSC Hagen wehrte sich entsprechend seiner personell begrenzten Möglichkeiten und forderte dem Regionalligisten einiges ab. Unter Wettbewerbsbedingungen wäre diese Begegnung sicher sehr spannend und hochinteressant geworden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: