Ich hab die Schnauze voll !

Gestern wurde beim HSV entschieden, die 1. Frauen aus dem Bundesliga-Spielbetrieb zurückzuziehen, sowohl aus der 1. wie auch aus der 2. Bundesliga Nord. Faktisch profitieren davon USV Jena, Bayer Leverkusen oder Lok Leipzig, je nachdem, wer Vorletzter wird, aber auch ETSV Würzburg und FFC Oldesloe, die in der 2. Bundesliga kein Entscheidungsspiel um den 5. Absteiger mehr austragen müssen.

Sowas kommt dabei raus, wenn man machthungrige Intrigenspinner im Aufsichtsrat installiert, die dann auf die typische Art und Weise „ihre Leute“ im Vorstand etablieren und sich dabei einen Dreck darum scheren, dass es sich um einen Universalsportverein mit sozialer Verantwortung handelt und nicht um ein Fußballunternehmen. Aber nach der Maßnahme im letzten Jahr, wo die Zweite schon dran glauben musste und aus der 2. Bundesliga zurückgezogen wurde, war von den neoliberalen ******** Turbokapitalisten im Vorstand nichts anderes zu erwarten.

Schließlich ist Carl Edgar Jarchow ein Feierabendpolitiker der FDP, ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen. Das heißt, er gehört einer Partei an – und identifiziert sich mit ihr -, die nie weiß, ob sie im nächsten Parlament noch vertreten ist. Darum können sich die Liberalen auch keine Visionen und langfristigen, perspektivischen und ganzheitlichen Strategien leisten – oder gar Werte. Es zählt nur der kurzfristige „Erfolg“, dem alles andere geopfert wird – auch der Einfluss beim Verband als Lieferant für die Nationalmannschaften. Was dabei alles Schaden nimmt, ist doch egal. Hauptsache, man kann fett und feist in die Kamera lächeln und sich für die Erfolge anderer feiern lassen, während Misserfolge als das Scheitern jener Anderen dargestellt wird. Mit der Ehrbarkeit des Hamburger Kaufmanns hat das schon lange nichts mehr zu tun.

Und wer hat’s verbrochen? Richtig: Die Suppenporters. Das ist eine 55.000 Leute „starke“ Gruppierung, denen der Sport abseits der Männer-Bundesliga mehrheitlich am Arsch vorbeigeht – es sei denn, die 2. Mannschaft spielt gerade mal gegen St. Pauli. Und eigentlich geht es denen auch noch nicht mal mehr um die Männer-Bundesliga. Sie feiern sich in jedem Heimspiel eigentlich eher selbst als die Mannschaft. Gesang und Choreo – und Bengalos – stehen im Vordergrund, das Geschehen auf dem Rasen ist allenfalls sekundär. Nur ein Bruchteil interessiert sich wirklich für Vereinspolitik. Andernfalls wäre es ihnen auch nie eingefallen, Menschen in den Aufsichtsrat zu wählen, die als einziges Argument für ihre Wahl vorweisen konnten, den ungeliebten – aber erfolgreichen – Sündenbock vom Hof zu jagen. Wohl aus dem gleichen Grund kam die Dreiviertelmehrheit für die Verkleinerung des Aufsichtsrates am Sonntag auch nicht zusammen.

Denn mit dem Suppenkaspers Club im HSV ist es immer so: Wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, ziehen sie die Schwänze ein. Solange sie sich als die besten Fans der Welt selbst feiern können und die Bundesligauhr in der Nordwest-Ecke weiterläuft, ist ihre Welt in Ordnung. Solange werden sie während des Spiels wahlweise feucht oder hart im Schritt – wenigstens einmal, wenn schon nicht mehr außerhalb der Stadiontore… Da ist es dann auch völlig scheißegal, ob die 5 Millionen Euro Verlust durch die sogenannten „Professionellen“ verursacht wurde oder durch andere Abteilungen. Oder ob jede halbwegs brisante interne Äußerung aus dem Aufsichtsrates am nächsten Tag in der Zeitung steht. Hauptsache,die Nordtribüne des knapp nicht abgestiegenen Tabellenfünfzehnten kann den Mitgereisten der 14 über ihm platzierten Vereine 90 Minuten lang entgegenblöken, wie scheiße er sei…

Ich hab jedenfalls die Schnauze gestrichen voll. Ich war mit Leib und Seele HSVer, seit ich denken kann. Aber dieser Karnevalsverein hat es geschafft, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Der HSV ist nicht mehr mein Verein. Ich kann mich mit diesem Konstrukt der Unfähigen und Egomanen nicht mehr identifizieren. Gestern Abend habe ich mit dem HSV gebrochen.

Herzlichst,
Euer Fuxi

P.S.: Kim Kulig hat dazu auch was zu sagen… und für alle, für die ein Bild mehr sagt aus 1000 Worte

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