Kantersieg ohne Glanz

 

Zweikampf zwischen Josefine Krengel und Göntje Erichsen

Zweikampf zwischen Josefine Krengel und Göntje Erichsen

Schleswig-Holstein-Liga, 18. Spieltag
SV Henstedt-Ulzburg – TSV Russee 6:2 (3:1)

SV Henstedt-Ulzburg: Berith Voigt [1] – Dagmar Runge [3], Jennifer Torba [11], Maike Tiarks [10], Sarah Schulte [2] – Lara Mundt [3] (64. Christina Trakis [13]), Nadja Schubring [6], Josefine Krengel [15], Katarina Jansen [9] – Kathrin Patzke [5], Britt Siebert [8] (67. Beate Spiller [12])
TSV Russee: Finja Schuck [1] – Nadine Herrnsdorf [8], Mareike Werner [13], Göntje Erichsen [2], Svea Hübner [3] – Anja Drexler [11], Katja Schneider [10], Cathrin Pochert [4] (31. Anne Pollmann [14]), Claudia Selch [6] – Sandra Schohmann [9] (82. Nadine Aksu [12]), Jana Gruel [7] (73. Anna Schult [15])
Schiedsrichter: Malte Apenburg (TuS Krempe)
Zuschauer: 50
Tore: 1:0 Siebert (4.), 1:1 Selch (18.), 2:1 Patzke (26.), 3:1 Krengel (45.+1), 4:1 Torba (67.), 5:1 Krengel (84.), 5:2 Schneider (88., Foulelfmeter), 6:2 Jansen (90.)
Gelbe Karten: – / –

Spielbericht

Fünf Spieltage vor Schluss gastierte der Tabellenletzte TSV Russee am Beckersberg in Henstedt-Ulzburg. Trotz der beiden Neuen Kathrin Patzke und Josefine Krengel waren die letzten beiden Spiele der Gastgeberinnen eher mager ausgefallen: Einem glücklichen 2:1 gegen Holstein Kiel II. folgte ein torloses Remis bei Olympia Neumünster. Gegen Russee sollte das anders werden. Allerdings war der SVHU personell arg dezimiert: Neben Riana Wrage und Sonja Jaacks fehlte auch Kimberly Zietz. So wurde das Team taktisch komplett neu aufgestellt.

Sarah Schulte bedrängt Anja Drexler

Sarah Schulte bedrängt Anja Drexler

Verglichen mit dem Heimspiel gegen Holstein II. änderte sich das Team auf fünf Positionen. Britt Siebert rückte von der Rechtsverteidigerposition in den Sturm, Katarina Jansen von der Linksverteidigerposition ins rechte Mittelfeld. Neu auf den Außenpositionen waren Sarah Schulte und Dagmar Runge, dazu kam links im Mittelfeld Lara Mundt, die zu Rückrundenbeginn in der Innenverteidigung aufgelaufen war. In der Vorberichterstattung hatte Co-Trainer Jürgen Schünemann vor den Gästen gewarnt, nachdem die Rot-Schwarz Kiel in der Vorwoche geschlagen und die Chancen auf den Klassenerhalt am Leben erhalten hatten. Und es war auch der TSV Russee, der nach 49 Sekunden die Begegnung mit der ersten Möglichkeit eröffnete. Sandra Schohmann überlief Maike Tiarks und zwang SVHU-Torhüterin Berith Voigt aus zwölf Metern zu einer Parade, die den ersten Eckball nach sich zog.

Nadine Herrnsdorf klärt

Nadine Herrnsdorf klärt

Von diesem ersten Warnschuss erholte sich Henstedt-Ulzburg schnell und wurde sofort aktiv. Mit einem schönen Steilpass schickte Jansen Siebert hinter die Russeer Abwehr, die Stürmerin umspielte Torhüterin Finja Schuck und schob zum 1:0 ein (4.). Es schien doch eine klare Angelegenheit zu werden, zumal nur drei Minuten später Patzke die Großchance zum 2:0 hatte. Nach Steilpass von Siebert hinter die hoch stehende Viererkette war Patzke durch, blieb dann aber an Schuck hängen. Nach einer Drehung schlenzte sie das Leder noch aufs Tor, doch Claudia Pochert kratzte es von der Linie. Die Gastgeberinnen hatten das Spiel im Griff. In der 8. Minute setzte Krengel einen Freistoß aus 20 Metern über das Tor.

Britt Siebert hat Finja Schuck umspielt ...

Britt Siebert hat Finja Schuck umspielt ...

... und schiebt den Ball zum 1:0 ins leere Tor

... und schiebt den Ball zum 1:0 ins leere Tor

Danach ließ der Druck des Heimteams aber nach. Und Russee hielt dagegen. Schulte wurde bei einem Pass gestört und Schohmann spielte diagonal nach vorn in den Strafraum. Mundt war eigentlich da, leistete sich jedoch einen krassen Aussetzer, denn in ihrem Rücken rauschte Claudia Selch heran und knipste ins lange Eck zum Ausgleich in der 18. Minute.

Nach Sandra Schohmanns Diagonalpass rauscht Claudia Selch heran ...

Nach Sandra Schohmanns Diagonalpass rauscht Claudia Selch heran ...

... überwindet Berith Voigt ...

... überwindet Berith Voigt ...

... und bejubelt den Ausgleich

... und bejubelt den Ausgleich

Danach erwehrten sich die Gäste erneuter Angriffe des SVHU. Zwei Minuten nach dem Ausgleich brachte Patzke einen Eckball hoch herein, am zweiten Pfosten versuchte es Jennifer Torba volley und hatte Pech, denn ausgerechnet Mitspielerin Jansen stand auf der Linie und ermöglichte Schuck doch noch das Eingreifen.

Patzkes Ecke nimmt Torba volley ...

Patzkes Ecke nimmt Torba volley ...

... und hat Pech, dass Katarina Jansen ...

... und hat Pech, dass Katarina Jansen ...

... für Russee auf der Linie rettet

... für Russee auf der Linie rettet

Torba ärgert sich mächtig

Torba ärgert sich mächtig

Taktisch war nun zu beobachten, dass TSV-Verteidigerin Göntje Erichsen Kathrin Patzke in Manndeckung nahm. Als sie ihre Gegenspielerin einmal übergab, endete das fatal. Ihr Team bekam den Ball nicht weg, Patzke erlief ihn vor Jana Gruel, zog allein aufs Tor zu, umkurvte Schuck und sorgte für die erneute Führung in Minute 26.

Kathrin Patzke umkurvt Finja Schuck ...

Kathrin Patzke umkurvt Finja Schuck ...

... und schiebt locker ...

... und schiebt locker ...

... zur erneuten Führung ein

... zur erneuten Führung ein

Zwei Minuten später folgte eine Szene, die die zweite Halbzeit spielerisch beinahe beendete. Im Kampf um den Ball erwischte Siebert das Knie von Pochert. Die Mittelfeldspielerin des TSV blieb vor Schmerzen schreiend liegen. Kapitänin Katja Schneider signalisierte ihrer Bank sofort, dass Pochert ausgewechselt werden müsse. Und so war es auch: Pochert wurde mit einer herbeigeschafften Trage vom Feld in die Kabine gebracht und später ins Krankenhaus gefahren. Für sie kam nach 31 Minuten Anne Pollmann aufs Feld.

Zweikampf zwischen Katarina Jansen und Nadine Herrnsdorf

Zweikampf zwischen Katarina Jansen und Nadine Herrnsdorf

Nach diesem Schreck war das Spiel sehr zerfahren, beide Teams mussten sich sortieren. Erst in der dreiminütigen Nachspielzeit gab es noch zwei Torchancen. Zunächst wurde eine Flanke von Patzke nach kurzem Eckball mit Jennifer Torba abgeblockt, und den anschließenden Linksschuss zog die Ex-Bundesligaspielerin genau auf Torhüterin Schuck. Nur 30 Sekunden später schickte Jansen Krengel steil hinter die Abwehr, und die frühere Leipzigerin traf freistehend zum 3:1-Pausenstand ins kurze Eck (45.+1). Der Anfälligkeit der Gäste für Steilpässe wegen ging die Führung der Gastgeberinnen in Ordnung, wenngleich sie ein Tor zu hoch war. Der SVHU war etwas besser und auch bissiger – leider mit Folgen. Bis zur Verletzung von Pochert präsentierte sich der TSV Russee als unangenehmer Gegner. Nur bei schnellem Angriffsspiel waren sie verwundbar. Der Zusammenprall von Pochert und Siebert sorgte in einem bis dahin ordentlichen Spiel für einen Bruch.

Josefine Krengel kommt am Fünfmeterraum frei zum Abschluss ...

Josefine Krengel kommt am Fünfmeterraum frei zum Abschluss ...

... zielt auf die kurze Ecke ...

... zielt auf die kurze Ecke ...

... und überwindet Finja Schuck ...

... und überwindet Finja Schuck ...

... zum 3:1-Halbzeitstand

... zum 3:1-Halbzeitstand

Die zweite Halbzeit begann richtiggehend eklig. Nachdem Krengel in der 47. Minute auf Vorlage von Jansen am Tor vorbeigezielt hatte, rückte das Sportliche kurz in den Hintergrund. Bei einem Zweikampf am Henstedt-Ulzburger Strafraum zog Schohmann zweimal am Trikot von Maike Tiarks, doch der Schiedsrichter ließ zunächst weiterlaufen. Tiarks revanchierte sich, sah kurz über ihre Schulter, blieb stehen und schickte die auflaufende Schohmann mit dem Ellenbogen zu Boden. Nun pfiff Schiedsrichter Apenburg und verhängte Freistoß für Henstedt-Ulzburg. Die Tätlichkeit von Tiarks ahndete er nicht, auch für Schohmanns Textilbremse gab es keine Verwarnung. Unverständlich.

Zweikampf zwischen Claudia Selch und Jennifer Torba

Zweikampf zwischen Claudia Selch und Jennifer Torba

Russee zeigte danach noch Ansätze, mehr als ein harmloser Schuss von Anja Drexler aus 25 Metern sprang aber kaum heraus (57.). Sie versuchten es erfolglos über Konter durch die Mitte, doch in der gegnerischen Hälfte fehlte ihnen häufig die Ordnung, um gefährlich zu sein. Schohmann als inzwischen einzige Spitze bekam zu selten Unterstützung. Henstedt-Ulzburg hingegen machte das Spiel breit, war dabei meist zu umständlich. In einem seltenen erfolgreichen Spielzug spielte Runge links einen Steilpass auf Patzke, die von der Grundlinie mit dem Außenrist zurücklegte. Aber Schuck warf sich Lara Mundt erfolgreich entgegen (63.).

Kathrin Patzke sucht eine Anspielstation und findet ...

Kathrin Patzke sucht eine Anspielstation und findet ...

... Lara Mundt, die den Ball aber nicht ...

... Lara Mundt, die den Ball aber nicht ...

... an Finja Schuck vorbei bekommt

... an Finja Schuck vorbei bekommt

Eine Minute später feierte Christina Trakis beim SV Henstedt-Ulzburg ihr Comeback. Sie ersetzte Lara Mundt. Und durfte sich gleich mitfreuen, denn Runge wurde links steil auf die Reise geschickt, flankte an den Fünfmeterraum, und die überraschend aufgerückte Innenverteidigerin Jennifer Torba drückte die Kugel mit dem Oberschenkel zum 4:1 über die Linie (67.). Nach dem vorentscheidenden Treffer war die Hektik raus.

Dagmar Runge flankt an den Fünfmeterraum ...

Dagmar Runge flankt an den Fünfmeterraum ...

... Jennifer Torba trifft den Ball mit dem Oberschenkel ...

... Jennifer Torba trifft den Ball mit dem Oberschenkel ...

... und bugsiert den Ball zum 4:1 ins Tor

... und bugsiert den Ball zum 4:1 ins Tor

Beim SVHU kam nun Beate Spiller im Sturm für Britt Siebert. Auch Russee wechselte, brachte Anna Schult für Jana Gruel. Henstedt-Ulzburg blieb überlegen. Nach Ballgewinn zog Patzke zum Strafraum und legte zurück, Jansen nahm an und zog ab. Der Ball wäre links vorbei gegangen, direkt am Pfosten war Patzke da und brachte das Kunststück fertig, ihn nicht ins Netz zu legen, wobei sie beim Schuss ohnehin im Abseits war (76.)

Katarina Jansen zieht ab ...

Katarina Jansen zieht ab ...

... Mareike Werner kann es nicht verhindern ...

... Mareike Werner kann es nicht verhindern ...

... aber der Ball ginge klar vorbei, und Patzke ...

... aber der Ball ginge klar vorbei, und Patzke ...

... steht deutlich im Abseits

... steht deutlich im Abseits

In der Folgezeit bekamen die Platzherrinnen viele Räume, nutzte sie jedoch nicht. Patzke versuchte es nach 81 Minuten mit einem Flachschuss, den Schuck ohne Probleme hielt. Auch zwei Minuten später scheiterte sie nach zwei erfolgreichen Dribblings an der Keeperin. Dazwischen lag der zweite verletzungsbedingte Wechsel beim TSV Russee: Für Schohmann kam Nadine Aksu für die letzten acht Minuten herein. Nach vier wohl vermeidbaren Gegentoren kassierte Russee ein noch vermeidbareres fünftes, als Schuck viel zu kurz abschlug und Krengel direkt mit links zurückschoss. Über Schuck hinweg senkte sich das Leder zum 5:1 ins Tor (84.).

Steilpass von Josefine Krengel

Steilpass von Josefine Krengel

Auf der Gegenseite kamen die zunehmend kräftemäßig abbauenden Kielerinnen aber doch noch zum zweiten Ehrentreffer. Schneider dribbelte in der 88. Minute zwei Gegenspielerinnen aus und wurde dann von Trakis im Sechzehner umgerissen. Zum fälligen Strafstoß trat sie selbst an und schickte Voigt zum 5:2 in die falsche Ecke.

Katja Schneider geht an Maike Tiarks vorbei ...

Katja Schneider geht an Maike Tiarks vorbei ...

... und wird von Christina Trakis unfair gestoppt

... und wird von Christina Trakis unfair gestoppt

Den fälligen Strafstoß schießt Schneider selbst ...

Den fälligen Strafstoß schießt Schneider selbst ...

... schickt Berith Voigt in die falsche Ecke ...

... schickt Berith Voigt in die falsche Ecke ...

... und nimmt das 5:2 gelassen hin

... und nimmt das 5:2 gelassen hin

Henstedt-Ulzburg hatte die letzte Möglichkeit. Runge spielte links auf Patzke, die links im Strafraum gegen Mareike Werner einen Haken schlug und auf den langen Pfosten flankte. Dort köpfte Jansen aufs lange Eck und netzte zum 6:2-Endstand. Ihr Jubel über dieses für sie sehr seltene Ereignis war ausgelassen, zumal sie auch noch als kleinste Feldspielerin der Gastgeber per Kopf traf.

Nach Patzkes Flanke kommt Katarina Jansen ...

Nach Patzkes Flanke kommt Katarina Jansen ...

... im Strafraum zu einer seltenen Kopfballchance ...

... im Strafraum zu einer seltenen Kopfballchance ...

... der Ball droht vorbeizugehen ...

... der Ball droht vorbeizugehen ...

... dreht sich aber doch noch ein ...

... dreht sich aber doch noch ein ...

... und Jansen freut sich wie ein Kind über ihr Erfogserlebnis

... und Jansen freut sich wie ein Kind über ihr Erfogserlebnis

Bis zur schweren Verletzung von Pochert war es ein durchaus interessantes Spiel, danach passierte bis zum Seitenwechsel viel zwischen den Strafräumen. Die nach einer Stunde merklich nachlassenden Kraftreserven und das demoralisierende 1:4 entschieden die Partie endgültig. Henstedt-Ulzburg war überlegen, ohne zu überragen. Das Elfmetertor täuschte über den Spielverlauf hinweg, denn es war die beste Gästeaktion in der gesamten zweiten Halbzeit. Um im Abstiegskampf punkten zu können, kam es mit Defensivschwäche und Verletzungen für Russee einfach zu dicke an diesem Tag.

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