Gibt es eigentlich einen Wettbewerb …

… um den Titel des widerlichsten Rechtsstaatsfeindes im deutschen Schreiberwesen?

Es gibt ja vielerlei Beiträge in deutschen Publikationen, die sich dafür qualifizieren würden. Verschiedene BILD-Bodensatzbediener sind immer wieder heiße Anwärter auf diesen virtuellen Award – liegt in der Natur der Sache und der Zielgruppe des Blattes. In seltener Konkurrenz dazu steht, wie der „Oldenburger Lokalteil“ wundervoll aufdröselt, auch die Nordwest-Zeitung (NWZ) mit ihrer eindeutig identifizierenden Berichterstattung über den 17-jährigen Verdächtigen im Emdener Mordfall. Aber da muss doch noch mehr gehen, schien sich Stephanie Lamprecht zu denken, als sie einen Artikel für die Hamburger Morgenpost verfasste.

Jetzt stellen wir uns mal vor, Frau Lamprecht wäre auf dem Weg zu einer Außenreportage. In Zeitnot überschreitet sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um ungefähr 15 km/h, fährt also laut ihrem Tachometer im Wagen knappe 70. Und dann läuft ein Kind über die Straße… Frau Lamprecht landet vor dem Richter, im Publikum sitzt ein Reporter eines anderen Blattes und schreibt fleißig mit. Über die Frau, die, wie am nächsten Morgen zu lesen sein wird, ein Kind zum Krüppel gerast hat. Die reglos eine Zeugenaussage anhört, nach der sie kurz zuvor mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, ohne Blinken und ein anderes Fahrzeug schneidend links an einem Bus vorbeigezogen sei. Der Reporter berichtet auch detailliert über die Aussage der als Zeugin geladenen Kollegin, die zu Protokoll gibt, dass Frau Lamprecht „verletzlich und schnell erregbar“ wirke, seit ihr Mann fremdgegangen sei. Der Gutachter, so wird der Reporter später ebenfalls in seinem Artikel erwähnen, bestätigt die Aussage der Zeugin, indem er Frau Lamprecht bescheinigt, durch die privaten Probleme schnell aggressiv zu werden, wobei der Straßenverkehr besonders geeignet sei, dies auszulösen. Besonders zu berücksichtigen sei dabei auch die besondere psychische Belastung durch drohende Unfruchtbarkeit infolge einer Chlamydieninfektion, die der Ehemann der Angeklagten nach dem Fremdgehen auf sie übertragen habe – woraufhin die Angeklagte empört in den Raum blickt.

Ich frage mich, wie es Frau Lamprecht gefallen würde, so etwas über sich in der Zeitung zu lesen… Ich nehme an, angenehm wäre ihr das nicht. Eigentlich sollte man auf den Gedanken kommen, dass ein Angeklagter ein durchaus berechtigtes Interesse daran hat, solche Details in einem Prozess nicht zur Sprache kommen zu lassen. Details, die zwar tatrelevant sein können, es aber nicht müssen. Details, an denen sich am meisten jedoch die Journaille weidet, die lechzend und geifernd auf den billigen Plätzen hockt und auf eine reißerische Überschrift wartet.

Dass ein Angeklagter ein Recht auf bestmögliche Verteidigung hat, ist dem geistigen Pöbel mit dem Dictaphon natürlich fremd. Stephanie Lamprecht bezeichnet es folgerichtig als „miese Manöver“, wenn der Angeklagte im Unfallprozess von Eppendorf zu den Vorwürfen schweigt – was ihm § 136 (1) StPO garantiert. Oder wenn er Arzt und Rettungssanitäter nicht von der Verschwiegenheitspflicht aus § 203 StGB entbindet. „Der hat was zu verbergen!“, denkt da die selbstgerechte Lynchjournaille und wünscht sich still und heimlich in Länder ohne Verfahren nach rechtsstaatlichen Standards, wie Iran, Russland, Nordkorea oder Pakistan.

Aber es passt halt zu Stephanie Lamprecht, die von Heiko Werning schon 2008 im TAZ-Blog „Reptilienfonds“ charakterisiert wird, wie es treffender kaum geht:

„Stephanie Lamprecht ist eine schlechte Lohnschreiberin, die die einfachsten Sachverhalte nicht richtig zusammenkriegt und deswegen lieber einen ordentlichen Beruf erlernen sollte.“

„Widerlich“ und „rechtsstaatsfeindlich“ sollte man vielleicht noch hinzufügen. Ansonsten passt’s.

Herzlichst,
Euer Fuxi

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