„Birdy“ setzt Ohlstedter Höhenflug fort

Birte Schulz sicherte den Sieg gegen ihren Ex-Club

Birte Schulz sicherte den Sieg gegen ihren Ex-Club

Verbandsiga Hamburg, 18. Spieltag
TSV Duwo 08 – Niendorfer TSV 1:0 (0:0)

TSV Duwo 08: Tanja Sierk [1] – Kristina Nicolai [20] (90. Janine Dicks [12]), Maren Lumbeck [10], Birka Edler [3], Katrin Nicolai [6] (67. Lena Riediger [9]) – Judith Kahl [2], Christina Göpfert [14] – Annabelle Aust [4], Ina Schlichting [8, C] – Birte Schulz [5], Janine Laß [11] (57. Jasmin Jungmann [21])
Niendorfer TSV: Nadine Freitag [1] – Simone Weselmann [7], Simone von Palubicki [6], Cerstin Schulz [4], Merle Siebert [3] – Nadine Weißel [16] (46. Katty Martins [15]), Franziska Hilmer [10, C], Gesa Ehlers [11], Katja Pomprein [2] – Mette Wiese [17] (83. Cathleen Schulz [8]), Anna Lena Vasel [9]
Schiedsrichter: Christian Haude mit Jens Brüggemann und Jochen Haude (alle Ahrensburger TSV)
Tor: 1:0 B. Schulz (64.)
Zuschauer: 55
Gelbe Karten: -/-

Spielbericht

In der Vorwoche hatte Duwo 08 den Patzer des Bramfelder SV genutzt und sich durch ein 3:1 beim SC Vier- und Marschlande an die Tabellenspitze gesetzt – erstmals seit dem Aufstieg in die Verbandsliga 2007. Diese Position wollten sie nun verteidigen. Zu Gast im Heinrich-Kruse-Stadion war der Niendorfer TSV, zuletzt 2008 Hamburger Meister. Für die Ohlstedterinnen Birte Schulz und Christina Goepfert bedeutete es auch das Wiedersehen mit dem Ex-Verein.

Kopfballduell zwischen Katja Pomprein und Judith Kahl

Kopfballduell zwischen Katja Pomprein und Judith Kahl

Hätte es Punkte für den besten Motivationsspruch im Mannschaftskreis kurz vor Spielbeginn gegeben, drei Zähler wären Niendorf sicher gewesen: „Niendorf ist wie Malaria, und wer kommt denn schon mit Malaria klar…?“, entliehen aus einem Lied von Lotto King Karl. Das war auch zunächst das Beste am Spiel. Als der Ball rollte, gingen beide Teams engagiert zu Werke, und es entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung ohne Torszenen.

Riskantes Tackling gegen Kristina Nicolai an der Strafraumgrenze ...

Riskantes Tackling gegen Kristina Nicolai an der Strafraumgrenze ...

... aber Niendorfs Cerstin Schulz ...

... aber Niendorfs Cerstin Schulz ...

... spielt den Ball

... spielt den Ball

Erst nach zwölf Minuten gab es den ersten nennenswerten Abschluss. Annabelle Aust zog aus 20 Metern ab und prüfte Niendorfs Torhüterin Nadine Freitag. Die ließ das Leder aus den Händen gleiten und zwang so ihre Mitspielerin Merle Siebert zu einer Rettungstat auf der Linie. Das war gerade noch einmal gut gegangen. Vier Minuten später war sie bei einem Kopfball von Tina Göpfert nach Eckball von Judith Kahl fangsicherer.

Kopfballchance für Tina Göpfert ...

Kopfballchance für Tina Göpfert ...

... aber Nadine Freitag fängt sicher

... aber Nadine Freitag fängt sicher

Aber auch Duwo 08 leistete sich Fehler, die beinahe Konsequenzen gehabt hätten. Bei einem Befreiungsschlag von Siebert verpasste Maren Lumbeck im Mittelfeld den Ball und gab freie Bahn für Hamburgs U19-Auswahlspielerin Anna Lena Vasel. Aus halbrechter Position zog die Stürmerin zum Tor, zielte dann aber nur aufs kurze Eck, und Duwo-Keeperin Tanja Sierk hielt das Leder (17.).

Anna Lena Vasel kommt zum Schuss ...

Anna Lena Vasel kommt zum Schuss ...

... zielt aber aufs kurze Eck ...

... zielt aber aufs kurze Eck ...

... und Tanja Sierk vereitelt die Möglichkeit

... und Tanja Sierk vereitelt die Möglichkeit

Eine Minute später gab Vasel eine Ecke herein, und nachdem Franziska Hilmer im ersten Versuch noch abgeblockt wurde, jagte sie das Leder aus neun Metern über die Latte. Die Partie schien Fahrt aufzunehmen. Die Gäste probierten es mit langen Bällen und raumgreifendem Spiel, Duwo 08 eher zentral über die bundesligaerfahrene Tina Göpfert.

Zweikampf zwischen Franziska Hilmer und Tina Göpfert ...

Zweikampf zwischen Franziska Hilmer und Tina Göpfert

... Hilmer dreht sich am schnellsten ...

... Hilmer dreht sich am schnellsten ...

... und schießt über das Tor

... und schießt über das Tor

Aber so temporeich die Begegnung nach einer Viertelstunde schien, so schnell kehrte auch wieder Ruhe vor den Toren ein. Göpfert durchbrach die fußballerische Stille mit einem Schuss aus 20 Metern, der den Kasten verfehlte. Aber ihr Team spielte in dieser Phase zu unpräzise und war nachlässig im Spielaufbau. Der Niendorfer TSV wusste dies jedoch nicht zu nutzen. Symbolisch war eine Szene in der 30. Minute, als Vasel bei einem Konterversuch noch von Lumbeck abgelaufen wurde. Kurz darauf wurde Hilmer beim Schuss aus 15 Metern noch von Edler gestört und zielte drüber.

Birka Edler kann Franziska Hilmer gerade noch stören

Birka Edler kann Franziska Hilmer gerade noch stören

Trotzdem: Das Spiel hatte gutes Verbandsliganiveau. Niendorf war zu diesem Zeitpunkt etwas fleißiger und zweikampfstärker. Allein die Effektivität fehlte, und die leichte Überlegenheit konnten sie nicht bis zum Seitenwechsel konservieren. In den letzten zehn Minuten kam der Tabellenführer noch einmal auf. Austs hohe Ablage ließ Göpfert 20 Meter vor dem Tor aufprallen und schlug den Ball dann volley über die Latte (36.).

Tina Göpferts Schuss geht über die Latte

Tina Göpferts Schuss geht über die Latte

Kurz vor der Halbzeitpause zielte Aust nach Zuspiel von Kahl mit links deutlich am Tor vorbei. Sie wussten mit den Niendorfer Schwachpunkten nicht umzugehen. So war das Remis zur Pause leistungsgerecht. Es fehlten die Tore, ansonsten war das Gebotene ordentlich anzusehen. Beide waren auf Augenhöhe, wenngleich Duwo von der Spielanlage her etwas mehr Ballbesitz hatte.

Nadine Freitag wähnt Judith Kahls Hereingabe sicher ...

Nadine Freitag wähnt Judith Kahls Hereingabe sicher ...

Uuups ...

Uuups ...

... doch nicht ...

... doch nicht ...

Aber jetzt !

Aber jetzt !

Trotzdem wechselte Niendorfs Coach Olaf Petersen zum zweiten Durchgang aus und brachte Katty Martins für Nadine Weißel. Martins übernahm die rechte Mittelfeldseite, Katja Pomprein wechselte nach links. Und sein Team hatte die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang. Die schnelle Gesa Ehlers überlief rechts Kristina Nicolai, fand bei ihrer Flanke in der Mitte jedoch keine Abnehmerin, da Vasel verpasste. Pomprein erlief die Kugel und gab den Ball hoch quer, und dieses Mal war es Ehlers, die zu spät kam (49.).

Gesa Ehlers verzieht vom rechten Strafraumeck ...

Gesa Ehlers verzieht vom rechten Strafraumeck ...

... Katja Pomprein bringt ihn nochmal in die Mitte ...

... Katja Pomprein bringt ihn nochmal in die Mitte ...

... und findet weder Abnehmer noch langes Eck

... und findet weder Abnehmer noch langes Eck

Duwo brauchte etwas, um Zugang zum eigenen Offensivspiel zu bekommen. Aber sie wurden gefährlicher. Sierk klärte aus der eigenen Hälfte und leitete so fast den Führungstreffer ein, als Simone Weselmann am Spielgerät vorbei trat. Hinter ihr zog Ina Schlichting auf und davon, umspielte im Strafraum noch einmal Weselmann, um dann doch das kurze Eck zu verfehlen (57.). Direkt im Anschluss suchte der etwas cholerisch wirkende Duwo-Coach Ulrich Freudenberger mehr Durchschlagskraft im Sturm und nahm Janine Laß herunter. Jasmin Jungmann kam ins Spiel.

Duwo-Coach Ulrich Freudenberger war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden und äußerte das auch lautstark

Duwo-Coach Ulrich Freudenberger war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden und äußerte das auch lautstark

Sieben Minuten später war sie auch an der nächsten Strafraumszene beteiligt. Aust steckte rechts zur Grundlinie auf die Eingewechselte durch. Deren Querpass nahm Birte Schulz, die bislang kaum in Erscheinung getreten war, unter Bedrängnis von Siebert an, zog aus der Drehung ab und drosch die Kugel aus sechs Metern zum 1:0 ins kurze Eck.

Birte Schulz setzt sich robust gegen Merle Siebert durch ...

Birte Schulz setzt sich robust gegen Merle Siebert durch ...

... kommt aus Nahdistanz zum Schuss ...

... kommt aus Nahdistanz zum Schuss ...

... und jubelt erleichtert über das 1:0

... und jubelt erleichtert über das 1:0

In der Folge nahmen vor allem Hektik und Geschrei auf dem Platz zu, was zu Lasten der Spielqualität ging. Die hatte ohnehin nach dem Wiederanpfiff merklich nachgelassen. Duwo war nach dem Treffer überlegen. Niendorf versuchte gegenzuhalten, aber ihnen schienen die richtigen Mittel zu fehlen. Zudem hatten die Gastgeberinnen gewechselt und Lena Riediger für Katrin Nicolai auf der Rechtsverteidigerpositon gebracht. Die Minuten verronnen, ohne dass sich eines der beiden Teams klare Möglichkeiten erspielen konnte.

Anna Lena Vasel kommt gegen Birka Edler zu spät

Anna Lena Vasel kommt gegen Birka Edler zu spät

Erst nach 78 Minuten hatte Niendorf die Ausgleichschance, als sich die ins Mittelfeld vorgerückte Simone von Palubicki den Ball an Riediger vorbeilegte, ihr Schuss aus 18 Metern aber von Sierk sicher gehalten wurde. Der NTSV zog seinen letzten Joker: Mette Wiese verließ den Sturm, und es kam Cathleen Schulz. Als Brechstange konnte man nicht bezeichnen, was der Tabellenvierte spielte. Verzweiflung spielte durchaus eine Rolle. So drosch Ehlers die Kugel aus 25 Metern vom rechten Strafraumeck hoch über den Kasten (85.).

Simone von Palubicki geht an Lena Riediger vorbei ...

Simone von Palubicki geht an Lena Riediger vorbei ...

... und zieht von der Strafraumgrenze ab ...

... und zieht von der Strafraumgrenze ab ...

... aber Tanja Sierk ist im bedrohten Eck ...

... aber Tanja Sierk ist im bedrohten Eck ...

... und fängt den harmlosen Schuss sicher

... und fängt den harmlosen Schuss sicher

Auch in der Schlussphase waren sie zu harmlos: Selbst als sie vier Ecken in Folge bekamen, sprang dabei nicht einmal ein vernünftiger Torabschluss heraus. So war die taktische Einwechslung von Janine Dicks für Kristina Nicolai zu Beginn der Nachspielzeit das letzte erwähnenswerte Faktum.

Symbol für die harmlosen Niendorfer Ecken

Symbol für die harmlosen Niendorfer Ecken

Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg von Duwo 08 verdient. Bis zum Führungstor, einer von nur zwei zwingenden Chancen der Gastgeberinnen in diesem Spielabschnitt, war es eine ausgeglichene Partie. Danach schafften es die Gäste aus dem Hamburger Nordwesten einfach nicht, sich klare Torszenen herauszuarbeiten. Einmal mehr wurde deutlich, dass den Niendorferinnen trotz 51 geschossenen Toren (davon allerdings 16 gegen die Schießbude von der FSV Harburg) eine wie Birte Schulz fehlt, die, obwohl man sie im ganzen Spiel kaum sieht, dann doch in der einen Szene das entscheidende Tor macht. Spannung brachten die vielen Duelle, das Spiel lebte vom Kampf und war nichts für Ästheten.

Simone Weselmann geht an Ina Schlichting vorbei

Simone Weselmann geht an Ina Schlichting vorbei

Duwo 08 verteidigte also Platz eins, während Niendorf auf Rang fünf abrutschte. Aber die Konkurrenz blieb dran: Der punktgleiche Bramfelder SV rehabilitierte sich für den Verlust der Tabellenführung mit einem 6:2 beim SC Nienstedten und rückte bis auf vier Tore Differenz an Duwo heran. Der SC Eilbek kann nach dem 3:0 bei HSV III. durch zwei Nachholspiele wieder ganz nach oben überholen. Platz vier übernahm der SV Wilhelmsburg, der gegen den Vorletzten Union Tornesch zur Pause 0:3 zurücklag und zwischen der 50. und 70. Minute noch zum 3:3-Unentschieden kam. Aufsteiger TSC Wellingsbüttel gewann gegen den SC Vier- und Marschlande klar mit 4:0. Altona 93 rückte wieder auf drei Punkte Rückstand auf Platz vier heran. Grundlage dafür war ein 9:0 gegen den punktlosen Letzten FSV Harburg, bei dem Ex-U17-Nationalspielerin Janka Rohrberg nach der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte alleine fünf Tore schoss. Der Klassenerhalt ist für die Harburgerinnen bei 0 Punkten und 7:122 Toren nur noch graue Theorie. Gegen den Abstieg spielen noch HSV III. und Union Tornesch als Zehnter und Elfter.

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