Ein göttlicher Gedanke

Ich glaube daran, dass der Mensch vernünftig sein kann. Ich glaube daran, dass ein Mensch die Konsequenzen seiner Handlungen begreifen, abschätzen und seine Handlungen danach ausrichten kann. Ich glaube an den Grundsatz: „Die persönliche Freiheit endet dort, wo sie die eines anderen beschneidet.“ Und ich bin Verfechter des Kategorischen Imperativs von Immanuel Kant, der da sinngemäß lautet: „Handle so, dass die Maxime Deines Denkens zugleich Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte.“ Was nichts anderes heißt, als dass man sich jederzeit so verhalten soll, wie man will, dass sich andere in der gleichen Situation verhalten. Ich glaube daran, dass jeder geistig gesunde Mensch dazu in der Lage ist. Aber ich glaube nicht an Gott. Das vorausgeschickt, möchte ich einen für mich interessanten und wahrscheinlich sehr kontroversen Gedanken äußern. Sollte sich ein Leser auf den Schlips getreten fühlen: Pech gehabt – Du weißt ja, wie man den Browser oder zumindest den Tab mit meinem Blog schließt…

Ich bin darüber gestolpert als Folge der Lektüre eines Artikels im Heise-Newsticker. Es ging darum, dass der zuständige US-Senatsausschuss einen Entwurf für ein neues Urheberrechtsschutzgesetz gebilligt hat. Der Gesetzesentwurf, Kurzbezeichnung „COICA“, sieht Websperren für Internetseiten vor, die „rechtswidrigen Charakters“ seien, sowie das Unterbinden von Werbung und Finanztransaktionen im Zusammenhang mit diesen Webseiten. Kritiker mutmaßen allerdings, dieses Gesetz verstoße gegen den ersten Verfassungszusatz – als Einschränkung der Meinungsfreiheit.

Meine Reaktion auf diese Meldung: Typisch Amerikaner… Nur dort ist es möglich, Hass gegen Juden, Muslime, Schwarze, Homosexuelle, Schwangerschaftsabbrecherinnen und andere „Andersartige“ zu schüren und sich auf den ersten Verfassungszusatz zu berufen. Gleichzeitig aber wird ein 19-Jähriger, der einvernehmlichen Sex mit seiner 17-jährigen Freundin hat, oder auch jemand, der seinem Kumpel eine MP3-Datei mit dem neuesten Chartstürmer schickt, auf eine Stufe gestellt mit Mohammed Atta und den Attentätern des 11. September…

Und genau bei diesem Gedanken fing es an zu rattern, und es entwickelte sich eine vielleicht sensationelle Eingebung: Ist es vielleicht möglich, dass die Anschläge vom 11. September 2001 eine Bestrafung Gottes für die Amerikaner waren?

Streng gläubige Menschen, vor allem Katholiken, werden jetzt garantiert empört aufschreien. Das würde Gott nie tun… Wirklich? Ist es nicht eigentlich Blasphemie, diese bloße Möglichkeit zu leugnen? Schließlich stellen diejenigen, die diese Möglichkeit ausschließen, die Handlungsweisen Gottes in Frage – obwohl ja ihrem Glauben nach bewiesen und belegt ist, dass Gott doch derart handelt.

Der bekannteste Beweis dürfte doch wohl die Sintflut gewesen sein. Alle Geschöpfe – bis auf Noah, seine Familie und die Tierpaare an Bord seiner Arche – soffen laut Altem Testament ab. Adam und Eva wurden aus dem Garten Eden verbannt. Gott strafte auch Kain für den Mord an seinem Bruder Abel.  Gemäß Altem Testament ließ Gott auch die Städte Sodom und Gormorrha unter einem Regen aus Feuer und Schwefel begraben, weil sie Sündenpfuhle waren. Und warum glauben einige besonders konservative Gläubige, vor allem in den USA, neuzeitliche Seuchen wie AIDS seien Gottes Strafe? Wir können also festhalten: Gott straft. Und da Gott straft, ist es möglich, dass jedes große Unglück eine Strafe Gottes ist.

Aber würde Gott auch Menschen als seine Werkzeuge benutzen und sie opfern? Ja, würde er. Das beste und bekannteste Beispiel: Jesus Christus. Nach christlicher Lehre der Sohn Gottes – Stichwort „unbefleckte Empfängnis“. Hat Gott ihn als Werkzeug benutzt? Nun, Jesus wurde gekreuzigt. Für einen Allmächtigen wäre es ein Leichtes gewesen, ihm das zu ersparen. Ihm, dem eigenen Sohne, wohlgemerkt! Aber Gott sah in seiner Allwissenheit voraus, welche Bedeutung seinem Sohn durch die Kreuzigung und Wiedergeburt beigemessen werden würde und ließ es geschehen. Wenn es nicht sogar sein Werk war, dass es so kommen musste. Warum sollte er also nicht auch eine Horde fanatischer, muslimischer Extremisten als sein Werkzeug benutzen, um die Amerikaner für ihre Sünden zu strafen?

Dass es sich um Moslems – im modernen Sprachgebrauch: Islamisten – handelte, kann kein Argument sein. Schließlich heißt es im ersten der zehn Gebote: „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben.“ Ergo: Es gibt nach christlicher Lehre – vor allem nach katholischer, wenn man bedenkt, dass Papst Benedikt XVI. in Anbiederung an die Piusbruderschaft die Karfreitagsfürbitte für die Juden wieder erlaubte – keinen anderen Gott als den einen, also auch keinen Allah. Demnach sind alle Menschen, auch Muslime, die Geschöpfe Gottes, selbst wenn sie selbst das nicht erkennen wollten. Folglich kann es auch nicht ausgeschlossen werden, dass Mohammed Atta und seine Schergen am 11. September 2001 Werkzeuge Gottes waren, um die USA zu strafen.

Ich würde nur zu gern mal einen der selbsternannten Terrorismus- und Sicherheitsexperten in der CDU/CSU fragen, ob Al-Kaida vielleicht ein solches Instrument ist, um die Menschheit zu strafen. Die Antworten würden mich wirklich mal interessieren…

Herzlichst,
Euer Fuxi

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