Der Bummelbahn-Rant

Man könnt’s auch Meckern nennen, neudeutsch nennt man es „Rant“, und darum heißt es auch hier so. Die Deutsche Bahn will ja ohnehin mit ihren „Service Points“ und „Bahncards“ Internationalität vortäuschen. Insofern passt es ja.

Eigentlich fahre ich ja nicht ungern auf Schienen von meiner Freundin zurück nach Hamburg. Es ist billiger (insgesamt zahle ich 19,70 €, Benzinverbrauch und Verschleiß machen das Auto bei Preisen um 1,40 € teurer), ich steige gerade dreimal um – vom Bus in Eutin in die Regionalbahn, in Lübeck in den Regionalexpress und am Hamburger Hauptbahnhof in die U-Bahn -, und zeitlich nimmt sich das wenig: Wo ich mit dem Auto eindreiviertel Stunden brauche, sind es mit der Bahn normalerweise nur wenig mehr – wenn alles klappt, zweieinhalb. Und die die meiste Zeit über kann ich entspannt reisen, was am Notebook machen undsoweiter. Jedenfalls laut Plan. Sonntag erlebte ich allerdings die ganze Palette an Bahn-Inconvenience.

Ich war, wie gesagt, auf dem Heimweg. Die Bahn Eutin-Lübeck hatte wegen eines verspäteten entgegenkommenden Zugs acht Minuten Verspätung. Geschenkt! Der Anschluss passte da – denkste! Im Lübecker Bahnhof fand ich auf der Anzeigetafel eine Info: Der Regionalexpress 21435 nach Hamburg, Abfahrt 21:10 Uhr, fiel aus. Statt dessen hieß es: SEV nach Bad Oldesloe, Abfahrt früher. Nun suchte ich in Lübeck erstmal den ZOB, denn laut aushängenden Zetteln sollte der Schienen-Ersatz-Verkehr über Reinfeld nach Oldesloe immer auf ’32 fahren. Nunja, meinetwegen. Immerhin gab es von dort ja den im HVV fahrenden Regionalzug nach Hamburg.

"Zug fällt aus - SEV bis Bad Oldesloe"

"Zug fällt aus - SEV bis Bad Oldesloe"

Angekommen im Abfahrtsbereich 13, warteten dort schon weitere Mitleidende Mitreisende. Zehn Minuten später tauchte dort ein kleiner Weihnachtsmann auf: DB-Schirmmütze, blauer Anzug und ein weißer Bart. Er hatte keine Geschenke, aber eine Botschaft: Laut seinem Zettel fuhr der SEV nach Oldesloe nur am Samstag! Tolle Wurst, liebe Bahn!

Das hieß also, man durfte mit Sack und Pack wieder zum Hauptbahnhof und dort noch eine satte Dreiviertelstunde auf den Zug nach Hamburg warten. Immerhin: RE21437 sollte fahren. Und sogar planmäßig um 22:10 Uhr ab Gleis 7. Aber das bedeutete auch: Der Zug um 21:10 Uhr war trotz angekündigtem SEV komplett ausgefallen…  Und der EuroCity 30 nach Hamburg, Abfahrt 21:38 Uhr auf Gleis 9, der eine Viertelstunde verspätet war, durfte mit dem SH-Ticket nicht genutzt werden.

Info-Zettel am Fahrkartenautomaten

Info-Zettel am Fahrkartenautomaten

Es passte dann auch ins Bild, dass auch der RE21437 über zehn Minuten Verspätung hatte. Als Grund dafür nannte der Zugführer nach der Abfahrt in Lübeck Baustellen auf der Strecke.

Liebe Deutsche Bahn, eines weiß ich seit meiner Sonntagabend-Odyssee, die insgesamt anstelle von etwas über 2 Stunden fast doppelt so lange dauerte: Ihr seid definitiv der richtige Sponsor für Hertha BSC Berlin! Denn die spielen kommende Saison in der gleichen Liga wie Ihr:
In der zweiten…

Herzlichst,
Euer Fuxi

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