DHL macht mich krank…

Zumindest vor Ärger. Denn eigentlich wollte ich jetzt schon auf dem Weg zu meiner Freundin sein. Nur rief die mich vor eineinhalb Stunden an: Krank. Magen-Darm-Geschichte. Ich fragte sie, woher sie das habe. Sie wusste keine Antwort. Da fiel mir allerdings etwas ein, das die einzig mögliche Erklärung sein konnte. Und es hat – mal wieder – mit DHL zu tun.

Ich sage ganz bewusst „mal wieder“, weil meine Erfahrungen mit diesem Paketdienst fast durchweg negativ sind, angefangen bei dem Umstand, dass der Austräger bei uns auf der Arbeit nicht mal mehr klingelt, sondern nur noch eine Karte in den Briefkasten schmeißt, über die Unfähigkeit zur Benachrichtigung, dass ein Paket für mich hier unten in einem Laden abgegeben wurde (und dieser Laden wurde auch nicht benachrichtigt, als ich für ihn eine Sendung während der Pause angenommen hatte), bis hin zur Benachrichtigungskarte, die gern mal mehrere Tage braucht, bis sie dann auch im Briefkasten ankommt, wenn ein Paket zurück zur Postfiliale gegangen ist.

Meine Freundin hat das ein wenig anders gemacht. Bisher bestand ein Garagenlieferungsvertrag, d. h., der Bote hat die Pakete, wenn sie nicht angenommen wurden, an einem vorbestimmten Ort platziert. Bis im Wohnort meiner Freundin eine Packstation aufgestellt wurde. Meine Freundin meldete sich an und nutzt seitdem besagte Packstation. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen, oder? Wer so denkt, kennt DHL bzw. die Deutsche Post schlecht.

Ich muss allerdings kurz etwas ausholen, denn es gibt hierzu eine kleine, nicht weniger beknackte Vorgeschichte: Meine Freundin wurde kurz vor Weihnachten 2008 krank, hatte Schmerzen im Unterbauch. So stark, dass ich sie in die Notaufnahme brachte. Dort wurde es allerdings während der Wartezeit besser – warum auch immer -, und wir fuhren wieder nach Hause. Allerdings kam es noch zum Jahresende wieder, und unsere Pläne für Silvester waren ziemlich dahin, zumal sie auch am 31. wieder im gleichen Krankenhaus in der Hausarztpraxis vorstellig wurde. Die Schmerzen gingen und kamen wieder. Mittlerweile hieß das Gegenmittel „Antibiotika“. Fünf Mal in fünf Monaten wurden ihr welche verschrieben, ohne dass eine genauere Analyse der Bauchschmerzen vorgenommen wurde. Dann wurde sie im Mai 2009 endlich doch ins Krankenhaus eingewiesen, und eine Blinddarm-OP sollte durchgeführt werden. 10 Tage war sie drin, bekam Stuhlproben abgenommen etc. – und die OP wurde abgesetzt. Statt dessen sollten es Würmer aus schlecht abgewaschenen exotischen Früchten gewesen sein – nur dass diese Diagnose definitiv falsch war, denn letztlich stand im Krankenblatt dann ein negativer Befund. Entweder hatten sie im Labor geschlampt, oder die Ärztin war schlichtweg inkompetent.

Tja, nach 10 Tagen wurde sie wieder entlassen – ohne OP. Aber die Schmerzen kamen wieder. Donnerstag kam sie aus dem Krankenhaus, Montag ging sie wieder mit Bauchschmerzen zum Arzt, und der überwies sie in ein anderes Krankenhaus. Und voilá – dort entnahm man endlich den schadhaften Blinddarmfortsatz. Und bis auf die Narben waren die Schmerzen weg. Seitdem geht es meiner Freundin in Sachen Bauchschmerzen deutlich besser. Allerdings hatten die Antibiotika ganze Arbeit geleistet: Seit dieser Sache leidet sie an Unverträglichkeit gegenüber Weizenprodukten, die sie kaum in den Griff bekommt. Sobald sie auch nur angedickte Soße zu sich nimmt, kriegt sie es eine halbe Stunde später zu spüren: Schwächegefühl, aufgeblähter Bauch, Unwohlsein. Und es ist auch nicht nur Unverträglichkeit gegen Weizen, auch andere Dinge kann sie nicht mehr essen, zum Beispiel Mandeln. Seit mittlerweile einem Jahr versucht sie, dieser Sache Herr zu werden und die Darmflora wieder aufzubauen.

Womit wir wieder bei der Sendung wären. Meine Freundin hatte über das Internet ein rezeptfreies Medizinprodukt bestellt: „Symbioflor“. Das sind im Großen und Ganzen Darmbakterien, die sie mit Flüssigkeit zu sich nimmt. Escherichia coli und Enterococcus faecalis. Damit sollen die Abwehrkräfte gestärkt werden. Die hatte sie schon vorher mal genommen und hatte keine Probleme damit. Das hatte sie nun also nachbestellt bei einer Versandapotheke. Das Zeug ist nicht billig, an die 30 Euro kostete die Sendung insgesamt. Lieferadresse: Die Packstation in ihrem Ort. Und da nahm das Dilemma seinen Anfang.

Nun muss man wissen, dass Symbioflor hitzeempfindlich ist. Wird es zu warm, kann man es wegschmeißen. Steht auch auf der Packung. Vor zwei Wochen also war es soweit: Das Päckchen wurde an einem Donnerstag an die Packstation geliefert. Der Tag war warm, aber noch nicht so, dass man sich hätte Sorgen machen müssen. Als meine Freundin an der Packstation aufschlug: Kein Paket! Verwundert sah sie zuhause in die Sendungsverfolgung und entdeckte, dass das Paket wieder zur Auslieferung markiert worden war. Nachdem es schon in der Packstation gelegen hatte. Am Samstag schließlich hieß es dann, das Paket liege in der Packstation zur Abholung bereit, und in der Tat: Da war’s endlich.

Natürlich hatte meine Freundin schon Zweifel angemeldet, dass das Symbioflor inzwischen verdorben sein und sie 30 Euro wegschmeißen könnte. Nun fing sie gestern ein Fläschchen der Lieferung an, und heute ist sie krank. Zufall?

Wer jetzt denkt: Was sagt denn DHL dazu? Ich sag’s mal so: Wenn eine Lieferung den Weg Versandapotheke -> Postfiliale -> Verteilzentrum -> regionales Verteilzentrum -> Ziel-Paketstation -> regionales Verteilzentrum -> Ziel-Packstation -> Empfänger nimmt, ist das DHL bzw. der Post nicht mal eine Antwort auf eine Beschwerde-Email wert. Ich hab schon gegenüber meiner Freundin gewitzelt, wie das ablaufen könnte: Sie nimmt DHL in Regress, muss mit einer mehrere hundert Euro teuren Laboranalyse aber erstmal beweisen, dass durch Einwirkung von DHL das Symbioflor verdorben ist, DHL akzeptiert das (nehmen wir mal den positivsten aller Verläufe an, dass DHL dagegen nicht vorgeht und klaglos Schadenersatz zahlt), und sie kriegt ihre 30 Euro wieder. Dann macht sie hunderte Euro Minus… Also wird sie das Geld wohl abschreiben müssen. Ihre Lehren würde sie gern ziehen, wenn sie Einfluss darauf hätte, womit versendet wird. Und die Hermes-Boten beispielsweise finden nicht mal das Haus…

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Eine Antwort to “DHL macht mich krank…”

  1. Das Pulverfass der Working Poor « Ruhelos Says:

    […] ehe ihr im zweiten Krankenhaus erst der Blinddarmwurmfortsatz entfernt wurde, hatte ich ja schon berichtet. Nun gibt es eine HSV-Spielerin aus der Vierten mit Wohnort bei Lübeck, die sich zum Saisonende […]

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