Der Irrweg des Walter M.

Manchmal gibt es solche Tage, da schüttle ich so oft mit dem Kopf, dass ich mir beinahe die Nackenwirbelsäule verrenke. Dienstag war so ein Tag. Da las man in verschiedenen Medien Aussagen vom katholischen Bischof Mixa. Er hat seine ganz eigene Meinung zu den immer wieder auftretenden Fällen sexuellen Missbrauchs in der (schein)heiligsten aller Glaubensrichtungen: Sexuelle Revolution und Resozialisierungsbemühungen seien daran schuld. Dieser Zeitgeist, so impliziert er, verleite die Priester zu Schwäche und sorge andererseits dafür, dass kirchliche Entscheidungsträger eher dazu tendierten, solche Vorfälle „intern zu regeln“ (vulgo: zu vertuschen).

Wie sagt Atze Schröder immer so passend? „Ja, neee, is‘ klar…“ Okay, Mixa ist 68 Jahre alt und hätte durchaus das Recht, Dinge anders zu sehen, immerhin liegt er altersmäßig in der Gruppe, in der schon 1,2 Prozent der Senioren betroffen ist. Wenn es das mal wäre. Denn seine „Irrlichter“ reichen etwas weiter zurück. Mal rechnete er hinsichtlich der Piusbruderschaft den Holocaust gegen Schwangerschaftsabbrüche auf, dann rechnete er Ausbeutung, die Existenz von Kindersoldaten, Zwangsprostitution und ungerechte Löhne einer gottlosen Gesellschaft zu, also als Phänomene des Atheismus (ungeachtet der Tatsache, dass im Mittelalter gläubige Christen kolonialisierten, missionierten, christianisierten, versklavten und ausbeuteten, wie etwa Christoph Kolumbus oder Francis Drake – oder eben heute katholische Priester sich an Kindern und Jugendlichen vergehen).

Er weigert sich schlichtweg, die Ursachen der Missbrauchsfälle im „eigenen Haus“ zu suchen, nämlich in der Philosophie der katholischen Kirche gegenüber Sexualität im Allgemeinen. Die zwingt nämlich ihre Gläubigen, zwischen der Liebe zu Gott und der Liebe zu Menschen zu unterscheiden, vor allem Priester. Gleichzeitig haben Verfehlungen nur selten direkte Folgen mit abschreckender Wirkung: Vorfälle werden „intern geregelt“, der Übeltäter muss seine Taten eingestehen gegenüber seinem Gott, betet ein paar Rosenkränze und darf danach wieder ein reines Gewissen haben. Und eines ist evident: Hört man von Missbrauchsfällen bei Einrichtungen christlichen Glaubens, sind es fast ausschließlich Katholiken. Verfehlungen evangelischer Pastoren geistern fast gar nicht durch die Medien. Kein Wunder: Sie dürfen heiraten, müssen es sogar, wenn sie sonst unzüchtig leben würden.

Und nicht zuletzt kommt mir ein weiterer Gedanke. Oft heißt es doch unter Gläubigen, Katastrophen wie das Erdbeben von Haiti seien Prüfungen Gottes und damit ein Gottesbeweis. Demnach müsste die sexuelle Revolution auch eine solche Prüfung sein, und die katholische Kirche versagt darin jämmerlich…

Der frühere HSV-Stürmer Erik Meijer ist mal wegen Schiedsrichterbeleidigung des Feldes verwiesen worden. Er hatte den Schiedsrichter Franz-Xaver Wack, wie er später Journalisten gegenüber bekannte, in der Nachspielzeit des 1:1 in Dortmund einen „Mixer mit W“ genannt. Hmmm, wie komm‘ ich denn jetzt nur auf diese Anekdote?!?

Hm, egal. Weniger um Sex als um den Längsten und um die dicksten Eier geht es einem Artikel des „Spiegel“ zufolge mal wieder zwischen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Ex-Außenminister Joschka Fischer. Dieser Artikel bekommt von mir eine klare Leseempfehlung, vereint er doch die Transformation durchaus nicht allgemein bekannter Informationen wie der Hintergründe um die Gaspipelines von Nord Stream und „Nabucco“ mit der Würze des Konkurrenzkampfes zweier ehemaliger Regierungspolitiker, denen man mehr Nähe zueinander unterstellen mochte – wenn sie nicht beide Platzhirsche gewesen wären.

Ebenso empfehlenswert ist ein Videobeitrag beim gleichen Medium. Weniger, wegen des „Liedguts“ – oder besser „Liedschlechts“ -, das dort vorgestellt wird. Dagegen war Florence Foster Jenkins, die „Mörderin des hohen C“, deren Wirken derzeit in der „Komödie Winterhuder Fährhaus“ im Stück „Glorious“ mit Johanna von Koczian und Ute Willing eindrucksvoll und lustig porträtiert wird, eine wahre Sangeskünstlerin. Nein, vielmehr ist es mal wieder interessant, wie der Deutsche Fußball-Bund mit diesem Stück umgeht. Nämlich nicht anders als mit den „Hartplatzhelden“ umgegangen wird. Allein die Details dieses geradezu mafiösen Verfahrens führt den Grundgedanken des Fußballs ad absurdum. Fußball ist Geschäft, nicht mehr und nicht weniger. Wissen auch die Frauen, bei denen die Bundesliga 2011 im März endet, damit sich Silvia Neid drei Monate lang auf die WM vorbereiten kann – egal, ob dann noch deutsche Mannschaften ohne Spielpraxis in internationalen Wettbewerben aktiv sind und dadurch ihre Champions League-Ambitionen verspielen (und damit auch Vermarktungsmöglichkeiten und bares Geld), wochenlang ihre ausländischen Nationalspielerinnen, die sich zuletzt deutlich in der Zahl vermehrten, nicht in der Bundesliga einsetzen können, weil sie für FIFA-Termine an die Nationalteams abgestellt werden müssen, oder dieser Zeitplan bei ähnlichen Witterungsbedingungen wie in diesem Winter völlig aus dem Ruder geraten kann, wenn wieder vier Wochen lang staatliche Plätze in ganz Deutschland gesperrt werden müssen. Fußball bedeutet Geld, und das ist das Hauptinteresse der Sportverbände. Warum sollte der DFB auch anders sein als etwa das IOC, das den Teilnehmern zwar das Bloggen in Form eines Tagebuches erlaubt, aber Bemerkungen über Konkurrenten oder von den Athleten selbst veröffentlichte Handyfotos, die einen Einblick in das Leben eines Olympioniken erlauben könnten, sanktioniert? So darf ein Sportler zwar schreiben, dass es für ihn im Training gut gelaufen ist und er mit zwei Zehnteln Rückstand Dritter wurde. Es ist ihm aber die Bemerkung untersagt, dass es beim Konkurrenten X aus dem Land Y, mit dem er sich gut versteht, schlecht gelaufen sei, weil dieser irgend einen gravierenden Fehler gemacht habe, den er selbst nur mit etwas Glück habe vermeiden können. So etwas wird vom IOC bereits bestraft. Woanders nennt man das „Zensur“. Wobei es der Begriff nicht genau trifft. Immerhin werden die Passagen ja nicht zensorisch gelesen und geschwärzt. Nein, vielmehr wird im Voraus mit Konsequenzen gedroht und so das Bewusstsein manipuliert, also eher „Brainwash“ betrieben. Und das alles für ein paar Dollars extra…

Für ein paar Euros extra wollte der Zweckverband Ostholstein sein Neustädter Schandmal, das giftgrün gestrichene Müllheizkraftwerk, erweitern. Dank eines Gerichtsurteils des Oberverwaltungsgerichtes Schleswig ist das nun vom Tisch. Geklagt hatte die Stadt Neustadt gegen die Genehmigung zur Erweiterung, weil die Stadt dazu nicht befragt wurde, wie es bei einer Abfallverwertungsanlage nötig sei. Andererseits siegte der ZVO gegen die Stadt, nachdem die per Bebauungsplan nicht nur die Erweiterung unmöglich machte, sondern auch den jetzigen Betrieb in Frage stellte, wie es ein Artikel im „Reporter“ ausdrückt. Dennoch bleibt unter dem Strich, dass das MHKW nicht erweitert wird, und das ist für den Tourismusstandort eine gute Nachricht.

Herzlichst,
Euer Fuxi

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