D2 wahrt die Minimalchance

Lena trifft gegen Sternschanze II. zum 4:0

Lena trifft gegen Sternschanze II. zum 4:0

Der Start der D2 in die Hallenmeisterschaften war nicht optimal gelaufen. Gleich am ersten Spieltag unterlagen sie HSV I. mit 0:4 und spielten gegen Komet Blankenese nur 0:0, in Runde zwei verloren sie gegen Wellingsbüttel II. 0:1, und zusammen mit zwei Spielen, die sie weniger absolviert hatten als Tabellenführer Lieth II. erklärte sich der Rückstand von 13 Punkten auf Platz zwei, der für die Hallenmeisterschaft qualifiziert. In den verbleibenden zwölf Einsätzen halfen also nur Siege, angefangen an diesem Tag. Auf dem Plan standen Spiele gegen den Zwanzigsten HEBC, den Vorletzten SSV Rantzau, den 17. SC Sternschanze II. und den Siebten FTSV Altenwerder. 12 Punkte waren Pflicht, um die Chance auf die Teilnahme an der Endrunde am 21. Februar zu erhalten. Und das mit einem Minikader von nur sechs Spielerinnen.

Lena im Dribbling gegen zwei HEBC'lerinnen

Lena im Dribbling gegen zwei HEBC'lerinnen

Wie zuvor HSV I. oblag dem HSV II. die Bürde des Auftaktspiels. Und es sollte eine kleine Bürde werden. Zwar spielte das Team von Fred Fuszenecker offensiv und bestimmend auf, aber nach vielen Torabschlüssen regierte eher Kopfschütteln. In der zweiten Minute spielte Samantha rechts Julie an, und deren Querpass setzte Lena aus drei Metern an den Pfosten. Eine Minute später parierte die Keeperin von HEBC einen Flachschuss von Lena. Zwei Chancen gab es in Minute 4: Nach Ablage von Julie schoss Samantha aus zwölf Metern ganz knapp vorbei, und nach Sams Flanke erwischte Lena den Ball mit dem Kopf nicht richtig. Dann spielte Julie eine Eimsbüttelerin aus, aber die Torhüterin hielt den Schuss (5.). So langsam war es zum Verzweifeln. HEBC kam kaum aus der eigenen Hälfte. Sam legte einen abgefangenen Abwurf zu Lena, und die überwand endlich die Keeperin mit einem strammen Schuss zum 1:0 (6.). Es sollte so knapp bleiben. Lena traf danach so wenig wie Lea, die nach schöner Kombination über Julie und Lena freistehend rechts vorbei schoss (9.). Dann war Julie frei vor dem Tor, schoss aber genau auf die Torhüterin, Lena prüfte selbige mit einem Flachschuss (10.). Der Ball lief gut durch die HSV-Reihen, allein den Weg ins Tor fand er deutlich zu selten. In der Schlussphase vergaben dann noch einmal Lea und Lena, und es blieb beim knappen 1:0.

Julie sucht gegen HEBC eine besser postierte Mitspielerin

Julie sucht gegen HEBC eine besser postierte Mitspielerin

Die nächste Partie bestritten der SSV Rantzau und der SC Sternschanze II. Es wurde eine klare Angelegenheit, eingeleitet von einem Rantzauer Eigentor. Der SSV traf einmal den Pfosten, ansonsten hatte Sternschanze das Spiel im Griff und gewann 4:0. Danach waren der FTSV Altenwerder und HEBC an der Reihe. Auch hier gab es für HEBC nichts zu holen, Altenweder setzte sich klar mit 4:0 durch. Allerdings sah die Eimsbütteler Torhüterin bei allen Gegentoren unglücklich aus.

Gegen Rantzau fiel das Toreschießen leicht: Julie mit dem 3:0...

Gegen Rantzau fiel das Toreschießen leicht: Julie mit dem 3:0...

Das zweite HSV-Spiel war die Begegnung gegen den SSV Rantzau. Und der musste letztlich für die ausgelassenen Chancen des HEBC-Spiels „büßen“. In einer einseitigen Partie schien den Rothosen das Glück zunächst nicht hold zu sein. Nach Querpass von Sam schoss Julie frei rechts vorbei, dann endete die umgekehrte Kombination mit der gleichen Konsequenz (2.). Nach drei Minuten lenkte die Keeperin einen Schuss von Lea zur Ecke. In der 4. Minute erlöste dann aber Kapitänin Lea ihr Team: Sam bediente rechts Julie, deren Hereingabe von der Grundlinie vor das Tor versenkte Lea dann zum 1:0. Würden nun mehr Tore fallen? Zunächst verpassten Julie und Lea das 2:0. Das besorgte Julie dann aber doch, als sie ein diagonales Zuspiel von Lea unter die Latte setzte (7.). Und Sekunden später legte sie nach einem abgefangenen Abwurf das 3:0 nach. Das 4:0 war eine schöne Aktion von Lena. Nach Abspiel von Lea trat sie kurz an, täuschte dann einen Pass nach rechts auf Julie an und verlud statt dessen die Torhüterin selbst zum 4:0 (9.). Rantzau brach nun völlig ein. Lena traf freistehend den Pfosten, Julie staubte zum 5:0 ab (10.). Und ihr gelang fast das 6:0, als sie von Lena freigespielt wurde und die Kugel mit einem Ausfallschritt aufs Tor brachte, aber die Keeperin rettete vor der Linie. Danach aber bediente sie Lena und gab damit die Vorlage zum 6:0 (10.). Lena hatte auch das 7:0 auf dem Fuß, ihr Schlenzer aus 15 Metern aber ging an den Pfosten. Nach einem Abwehrfehler traf dann Lea zum 7:0 (11.). Julie legte Lena das 8:0 auf. Und Sekunden vor dem Ende dann das: Hohes Anspiel von Janina auf Lea, die lupfte den Ball über die Torhüterin, und Lena stocherte ihn zum 9:0 ein (12.). Für Rantzau war das eine böse Niederlage, für den HSV einer der höchsten Siege dieses Jahres nach dem 13:0 von Lieth II. gegen HEBC.

... und Lena mit dem 8:0

... und Lena mit dem 8:0

Während HSV II. nun pausierte, spielten Sternschanze II. und Altenwerder gegeneinander. Der FTSV war technisch stärker, aber Sternschanze hielt mit Kontern dagegen und machte den Südhamburgerinnen mit bissigen Zweikämpfen das Leben schwer. Sie hatten sogar die Chance, sich dafür zu belohnen, ließen kurz vor Schluss eine Riesenchance ungenutzt, und so reichte Altenwerder in Tor zu einem nicht unverdienten 1:0-Sieg, das dem Spielverlauf entsprach. Es war das beinahe spannendste Spiel dieser Gruppe. Das spannendste sollte als letztes kommen. Zunächst aber erspielte sich HEBC ein Chancenplus gegen Rantzau. Beide hatten allerdings in den vorangegangenen dreizehn bzw. zwölf Spielen jeweils nur vier Tore erzielt, und so ging auch diese Begegnung 0:0 aus.

Samantha im Laufduell gegen Sternschanze II.

Samantha im Laufduell gegen Sternschanze II.

Der HSV II. hatte nun Sternschanze II. als Gegner. Vom Papier her sollte das Team auf Platz 17 kein Problem sein, allerdings hatten sie gegen Altenwerder und Rantzau gezeigt, dass man sie nicht unterschätzen sollte. Zunächst machten aber die Rothosen das Spiel. Nach Vorlage von Lena verzog Sam knapp (1.), dann schob Lena selbst rechts vorbei (3.). Nach Pass von Janina bekam sie erneut die Chance, aber die Torhüterin klärte zur Ecke (4.). Der HSV wollte die Führung und stand dann selbst etwas zu offen. Einen Konter von Sternschanze II. schloss die Angreiferin mit einem Schuss links neben das Tor ab. Auf der Gegenseite versuchte es Lea aus 13 Metern, aber wieder war der Fuß der Torhüterin Endstation (5.). Die Hälfte des Spiels war fast rum, da gab es doch die Führung für den HSV. Sam legte den Ball ab, Lena nahm ihn mit Zug zum Tor mit und schoss links zum 1:0 ein (6.). Der HSV hatte viele Chancen, aber Sternschanze war keineswegs ungefährlich und hielt vor allem spielerisch dagegen. In der 9. Minute fiel allerdings per Doppelschlag die Entscheidung. Zunächst schickte Lena Lea links auf die Reise. Die hatte das Auge für die mitgelaufene Teamkameradin, und Julie schoss zum 2:0 ein. Sekunden später wurde Lena freigespielt und knipste den dritten Treffer. Dann vergab Lea nach Steilpass von Julie das nächste Tor, übersah dabei die besser postierte Lena rechts. Die Torhüterin parierte. Auf der anderen Seite wurde Sternschanze für die Mühen mit dem Ehrentreffer belohnt, der für HSV-Keeperin Melanie unglücklich ablief: Nach einem der wenigen Fouls überhaupt an diesem Tag gab es indirekten Freistoß für Sternschanze II. Die Schützin zog direkt aufs Tor, und der Schiedsrichter gab den Treffer, weil Melanie noch mit den Fingern dran gewesen war (11.). Ein Fehler, den Trainer Fred Fuszenecker sich selbst ankreiden musste, weil er auf diesen Umstand, dass Freistöße in der Halle immer indirekt sind, mangels Gelegenheit noch nicht hingewiesen hatte. So verkürzte Sternschanze also, aber dies auch nicht mal für 60 Sekunden. Kurz vor dem Ende zog noch einmal Lena aufs Tor zu. Die Torhüterin war draußen, doch beim Pressschlag hatte die HSVerin mehr Glück. Der Ball prallte an den Pfosten, und Lena drückte ihn zum 5:1 über die Linie. Dabei blieb es. Der Sieg war verdient, aber Sternschanze war der bis dato stärkste Gegner gewesen, hatte sie wirklich gefordert.

Lea lässt ihre Gegenspielerin ins Leere laufen

Lea lässt ihre Gegenspielerin ins Leere laufen

Vor dem abschließenden Spiel kamen die HSV-Mädchen in den Genuss einer erneuten langen Pause. Überhaupt hatten die Rautenkickerinnen an diesem Tag das Glück, in einen Rhythmus kommen zu können und immer jedes dritte Spiel zu bestreiten, während andere auch nach nur einer Partie Pause wieder ran mussten. Dieses Mal traf es beispielsweise den SSV Rantzau, der gegen den FTSV Altenwerder antrat. Dem FTSV sah man durchaus an, dass ihre Kräfte nachließen, da auch sie nur sieben Spielerinnen mitgebracht hatten. So waren sie dann auch nicht so hoch überlegen, wie man es wegen der vorherigen Ergebnisse hätte denken können. Am Ende gewannen sie solide mit 2:0. Mit dem gleichen Ergebnis schlug danach Sternschanze II. HEBC nach zwei Kontertoren. Das Ergebnis konnte man allerdings durchaus als glücklich bezeichnen, denn HEBC hielt die Partie offen, bemühte sich, hatte aber Pech im Abschluss.

Julie kommt im Zweikampf einen Tick zu spät

Julie kommt im Zweikampf einen Tick zu spät

Das abschließende Spiel gegen Altenwerder versprach ein Highlight zu werden. Doch das genaue Gegenteil trat ein. Denn seit einiger Zeit hielten sich Spieler des nachfolgenden Basketballspiels in der Halle auf, und vor allem die Halbstarken der M16 vom VfL Pinneberg konnten es zum Unmut der Mädchen-Trainer nicht lassen, ihre Bälle in die umliegenden, fest installierten Körbe zu werfen, und sorgten damit für Unruhe in der Halle, die sich auch auf das Spielfeld auswirkten. Aber wie ging doch der Spruch? „Dem Hamburger zum Ärger schuf Gott den Pinneberger.“ Und wenn jemand im Zusammenhang mit diesen Jugendlichen an die alternative Bedeutung des Pinneberger Kennzeichens „PI“ als „Provinz-Idiot“ dachte, konnte man ihm das kaum übel nehmen. Das Spiel war daher auch zerfahren wie kaum ein anderes, und das ausgerechnet in einem Spiel dieser Wichtigkeit. Immerhin ging es für beide nach drei Siegen um den Anschluss nach oben in der Tabelle. Der HSV erspielte sich leichte Vorteile. In der 1. Minute ging ein abgefälschter Schuss von Lea knapp links vorbei. Auf der anderen Seite hielt Melanie einen Schuss des süderelbischen Gegners sicher (3.). Ein erneuter Distanzschuss von Lea war in der 4. Minute kein Problem für die Torhüterin, und auch Sam machte es nach Zuspiel von Julie nicht besser, schoss auf die Torhüterin (5.). Der HSV agierte zu umständlich und rieb sich immer wieder in Zweikämpfen auf, die der FTSV im Mittelfeld erfolgreich suchte. Die Zeit lief den Rothosen davon, und klare Chancen brachten sie nicht zustande. Nur noch eine Minute war zu spielen. Wieder gab es ein Getümmel in der FTSV-Hälfte zwischen Sam und zwei Gegenspielerinnen. Irgendwie wurde der Ball von einer Altenwerderanerin quer weggespitzelt, genau vor die Füße von Lea. Die Fernschussspezialistin nahm das Leder mit dem Mute der Verzweiflung aus gut und gern 15 Metern direkt und zog ab, der Ball flog über die einen Tick zu weit vor dem Gehäuse stehende Torhüterin hinweg, prallte an die Unterkante der Latte und sprang von dort ins Netz – das erlösende 1:0 40 Sekunden vor dem Ende! Was für ein Schuss, was für ein dramatisches Ende!

Vor den Augen des Schiedsrichters: Lea im Zweikampf mit einer Altenwerderanerin

Vor den Augen des Schiedsrichters: Lea im Zweikampf mit einer Altenwerderanerin

Es waren im Zustandekommen glückliche und hart erarbeitete drei Punkte, die die Vorgabe des Trainers auf den allerletzten Drücker erfüllten. Altenwerder hatte sich gut geschlagen, und da dies erst ihre zweite Niederlage bedeutete, hat sich ihre Chance auf die Endrunde lediglich auf das gleiche Maß verschlechtert, das auch der HSV II. hat, denn zwischen beiden liegt nun nur noch ein einziger Zähler. Und diese zwölf Punkte waren Gold wert: Die 2. D verbesserte sich von Platz elf auf Rang sieben und verkürzte den Rückstand auf Platz vier auf drei Punkte, auf Platz zwei sind es noch neun Zähler. Was noch alles drin ist, zeigt der Blick auf den Spielplan: HSV II. hat am 30. Januar mit Halstenbek/Rellingen II., Rissen, TSC Wellingsbüttel V. und Blau-Weiß 96 Schenefeld recht leichte Gegner, während Lieth II. unter anderem auf Altona 93 und Altenwerder trifft, Komet Blankenese mitunter auf den Norderstedter FC. Am letzten Spieltag sind Grün-Weiß Eimsbüttel, Nienstedten, SC Sternschanze I. und Einigkeit machbare Gegner für die 2. D, während HSV I. sogar gegen Norderstedt und Altona 93 Schützenhilfe leisten kann, Altenwerder und Komet sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Allein Lieth II. hat drei leichte Spiele. Aber was heißt das schon?


Statistik:

Für den HSV I. spielten: Melanie – Janina, Lea, Samantha, Lena, Julie

HEBC – HSV II. 0:1 (Tore: 0:1 Lena/6.)

HSV II. – SSV Rantzau 9:0 (Tore: 1:0 Lea/4., 2:0 Julie/7., 3:0 Julie/7., 4:0 Lena/9., 5:0 Julie/10., 6:0 Lena/10., 7:0 Lea/11., 8:0 Lena/12., 9:0 Lena/12.)

HSV I. – SC Sternschanze II. 5:1 (Tore: 1:0 Lena/6., 2:0 Julie/9., 3:0 Lena/9., 4:0 Lena/10., 4:1 Freistoß/11., 5:1 Lena/12.)

FTSV Altenwerder – HSV I. 0:1 (Tor: 0:1 Lea/12.)


Herzlichst,
Euer Fuxi

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