Ergebnis sagt mehr aus als das Spiel

Zweikampf zwischen Sabrina Amneth (Nr. 13) und Svenja Wiering

Zweikampf zwischen Sabrina Amneth (Nr. 13) und Svenja Wiering

Zwei Siege hatte die 2. B-Mädchen-Mannschaft von Thorsten Wolff bereits eingefahren. Der dritte sollte gegen den VfL Pinneberg folgen. Die Gäste hatten erst einmal gewonnen, und das durch Nichtantreten von Gegner Eimsbütteler TV kampflos. Für sie war es also der Saisonauftakt, denn auch das Pokalspiel gegen den SC Vier- und Marschlande war ausgefallen. Der HSV hatte also eine gewisse Favoritenrolle inne.

Der Schuss von Michelle Porch geht ganz knapp links vorbei

Der Schuss von Michelle Porch geht ganz knapp links vorbei

Und dieser wollte das Team auch gerecht werden. In der 5. Minute wurde Chiara Ernst rechts im Strafraum angespielt, dribbelte an Innenverteidigerin Mascha Ebert vorbei und traf mit links zum frühen 1:0 ins lange Eck. Aber die Zufriedenheit im Gesicht des HSV-Trainers fror keine 60 Sekunden später ein: Steilpass aus dem Pinneberger Mittelfeld auf Lara Casper, und da Yara-Lina Kappes nicht mehr eingreifen konnte, hob die Pinnebergerin den Ball über Torhüterin Julia Günther hinweg zum 1:1 ins Tor (6.). Der VfL war genau darauf ausgelegt, während der HSV das Spiel machte und sich gute Chancen erarbeitete. Nach halbhoher Ecke von Vivien Knobloch von der rechten Seite, spitzelte Ernst das Leder Richtung Tor, Michelle Porch kam aus vier Metern zum Schuss und verfehlte den linken Pfosten nur um Zentimeter (11.). Nach einer Viertelstunde brachte Knobloch erneut einen Eckball herein, dieses Mal von links. Der kam hoch an den ersten Pfosten, Freund und Feind verpassten, doch dem aufspringenden Ball hechtete Kira-Christin Juhl hinterher und köpfte ihn per Aufsetzer über Torhüterin Nele Lindner hinweg in den Giebel – 2:1!

Nach diesem Zweikampf gegen Kim Nguyen fordert Michelle Porch Freistoß

Nach diesem Zweikampf gegen Kim Nguyen fordert Michelle Porch Freistoß

Doch so gefährlich die Offensive des HSV war, so wackelig war die Defensive. An der linken Torauslinie setzte sich Sabrina Amneth durch, passte quer vors Tor, doch zum Hamburger Glück bekam Janne Heusel den Ball nicht unter Kontrolle, und die Abwehr konnte in höchster Not klären (18.). Dann waren wieder die Rothosen an der Reihe. Bei Flanke Knobloch von der linken Seite störten sich Ernst und Porch. Der Ball blieb drei Meter vor dem Tor liegen, und Porch reagierte am schnellsten, stocherte die Kugel zum 3:1 rein (20.). In der Folge erspielte sich der HSV Vorteile. Erst musste Lindner im Nachfassen einen scharfen Freistoß der eingewechselten Jasmin Lüdemann aus 22 Metern entschärfen (23.), dann parierte sie stark gegen Ernst, die nach Zuspiel von Porch und gewonnenem Zweikampf am Strafraum einen Schieber aufs lange Eck versuchte (24.). Auf der Gegenseite ging ein Freistoß von Casper aus 24 Metern links vorbei. Für das Foul, das zum Freistoß führte, sah Kappes die einzige gelbe Karte. In der 28. Minute gab es die Vorentscheidung: Schahina Salloum vertändelte den Ball vor dem eigenen Strafraum, Porch zog das Leder aus 15 Metern mit links hoch aufs kurze Eck und traf zum 4:1.

Dieses taktische Foul von Yara-Lina Kappes an Lena Casper brachte der HSVerin die Gelbe Karte ein

Dieses taktische Foul von Yara-Lina Kappes an Lena Casper brachte der HSVerin die Gelbe Karte ein

Sicherheit gab das der eigenen Abwehr aber nicht. Nach einem Ballverlust konterte der VfL, Casper gewann einen Zweikampf gegen Lena Nickels, zog zum Tor und traf den Außenpfosten des kurzen Ecks (33.). Den Unterschied sah man beim nächsten HSV-Angriff. Nickels‘ langen Pass von hinten heraus in die Spitze konnte Ernst erlaufen, von halb links in den Strafraum mitnehmen und mit einem strammen Schuss zum 5:1 im Netz versenken (37.). Und in der Schlussminute des Durchgangs wehrte Lindner den Ball ab, nachdem die eingewechselte Laura Postels eine Ecke von Lüdemann volley aufs Tor gebracht hatte. Spielerisch war der HSV nur knapp besser als die Gäste, und insofern spiegelte das Ergebnis das Spiel nicht wieder. Aber die Hanseatinnen waren effektiver, nicht nur vor dem Tor, sondern auch im Herausspielen von Möglichkeiten, und so kam der Pausenstand von 5:1 mithilfe von Abwehrfehlern der Gäste zustande.

Rumms! Chiara Ernst knallt den Ball zum 5:1 ins Netz

Rumms! Chiara Ernst knallt den Ball zum 5:1 ins Netz

Zur zweiten Hälfte kam Sophie Treu wieder ins Spiel, nachdem Yara-Lina Kappes in der letzten Szene vor der Pause einen Schlag in den Rücken bekommen hatte. Nach vier Minuten hatte Lüdemann die Chance zum 6:1, als sie von Ernst per Hereingabe bedient wurde, doch die Mittelfeldspielerin schoss genau „auf Mann“ (44.). Vergeben aus einer Lässigkeit heraus, die auch die Abwehr in den folgenden Szenen an den Tag legte. Bei einem langen Ball auf Salloum befand sich die Defensive des HSV kollektiv im Tiefschlaf, und nur Julia Günther konnte das 5:2 verhindern (45.). Zwei Minuten später das gleiche Spiel. Wieder passte Jennifer Mönicke lang hinter die Abwehr auf Salloum, erneut blickte die Viererkette nur staunend hinterher, und Günther klatschte den Schuss der Pinnebergerin zur Seite ab (47.). Es war völlig unverständlich, warum der HSV bei gegnerischem Ballbesitz einfach abschaltete, als wäre das Spiel unterbrochen, wenn sie den Ball verloren. Immerhin kamen sie nach einem Eckball wieder zu einer Möglichkeit, als Lindner die Hereingabe von Lüdemann nicht festhalten konnte, Casper den Ball nicht richtig klären konnte und Juhls Distanzschuss links vorbei ging.

Nach Porchs Schuss zum 6:1 ist Lindner zwar dran, aber sie hechtet umsonst dem Ball hinterher

Nach Porchs Schuss zum 6:1 ist Lindner zwar dran, aber sie hechtet umsonst dem Ball hinterher

Binnen zwei Minuten schien der HSV dann wieder in die Spur zu kommen. Steilpass von Treu auf Juhl, deren Schuss konnte Lindner nicht festhalten, aber eine Teamkollegin klärte zur Ecke. Die brachte Lüdemann herein, Postels stoppte den Ball am Fünfmeterraum vom Schiedsrichter ungesehen mit der Hand und schoss zum 6:1 ein, aber Pinneberg protestierte nicht, obwohl der Treffer nicht hätte zählen dürfen (57.). 120 Sekunden später spielte Neuzugang Senem Ulas zwei Gegenspielerinnen aus, steckte kurz durch, und Porch hatte Glück, dass ihr Schuss von Lindner nur an den Innenpfosten gelenkt wurde und zum 7:1 ins Netz hüpfte (59.). Nichtsdestotrotz eine schöne Vorarbeit von Ulas.

HSV-Keeperin Günther streckt sich vergeblich, Caspers Schuss geht zum 7:2 ins Netz

HSV-Keeperin Günther streckt sich vergeblich, Caspers Schuss geht zum 7:2 ins Netz

Die Rothosen hatten jetzt eine Drangphase. Als Pinneberg den Ball nicht weg bekam, zog Knobloch aus 17 Metern ab, aber Lindner lenkte die Kugel um den Pfosten (65.). Und in der 67. Minute war sie wieder unten, um einen Schuss von Postels zu entschärfen, nachdem Lüdemann die im Strafraum bedient hatte. Pinneberg wechselte Lara Casper wieder für Schahina Salloum ein, und die Torschützin zum 1:1 war keine 30 Sekunden im Spiel, da machte sich das bezahlt. Nach altem Schema: Steilpass Mönicke, Casper war frei durch und hob den Ball über Günther hinweg zum 7:2 ins Netz (68.). Zwei Minuten später spielte Sara Beckmann von rechts steil, wieder war Casper durch und schob zum 7:3 ins lange Eck. Nun drohte die Partie fast noch zu kippen, aber zumindest in Tornähe legte der HSV wieder zu, während es dem VfL nicht mehr gelang, klare Chancen zu erspielen. In der 77. Minute schickte Lüdemann rechts Porch steil in den Strafraum, doch deren Schuss ging genau in die Arme von Lindner. Eine Minute später erzielte Ulas das gleiche Ergebnis nach Zuspiel von Ernst. Die letzte Torszene hatte Postels. Nach schönem Steilpass von Ulas tauchte sie frei vor Lindner auf und spitzelte links vorbei (80.+1).

Vivi Knobloch kümmert sich um die verletzte Michelle Porch

Vivi Knobloch kümmert sich um die verletzte Michelle Porch

Am Ende ging der HSV-Sieg in Ordnung, weil sie sich ein Chancenplus von 16:7 erspielten. Die Chancen der Gäste allerdings hätten qualitativ auch ein Endergebnis von 7:7 bedeuten können. Vor allem bei langen Bällen hinter die Abwehr waren sie sehr anfällig, nur fehlte den Gästen im Abschluss die Abgebrühtheit. Anders die Platzherrinnen, die eigentlich frühzeitig alles klar machten, dann jedoch aus dem Gefühl der Sicherheit heraus in einigen Situationen zu (nach-)lässig agierten und das Spiel auf die leichte Schulter nahmen.


Statistik:

Hamburger SV: Günther – Wiering (59. Knobloch), Kappes (41. Treu), Treu (25. Schlemmer), Nickels – Bischoff (64. Ernst), Knobloch (21. Lüdemann), Ulas, Juhl (55. Kappes) – Ernst (55. Porch / 77. Juhl), Porch (25. Postels)

VfL Pinneberg: Lindner – Henning (41. Mönicke), Ebert, Stieb (56. Henning / 79. Stieb), Nguyen – Amneth, Oba, Hoenig – Salloum (18. Eckhardt / 52. Heusel) – Casper (57. Eckhardt), Heusel (41. Salloum / 68. Casper)

Schiedsrichter: Björn Eickemeyer (Ahrensburger TSV)

Tore: 1:0 Ernst (5.), 1:1 Casper (6.), 2:1 Juhl (15.), 3:1 Porch (20.), 4:1 Porch (28.), 5:1 Ernst (37.), 6:1 Postels (57.), 7:1 Porch (59.), 7:2 Casper (68.), 7:3 Casper (70.)

Gelbe Karte: Kappes (HSV, 26. Minute, Foulspiel)


Herzlichst,
Euer Fuxi

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