Niederlage im Familientreffen

40 Meter über dem Sportplatz: Flugzeuge im Landeanflug. Hier ein Airbus A319 von Hamburg International.

40 Meter über dem Sportplatz: Flugzeuge im Landeanflug. Hier ein Airbus A319 von Hamburg International (Registrierung: D-AHII).

Seit dieser Saison ist der HSV mit zwei Mädchenmannschaften zusätzlich im Spielbetrieb der männlichen C-Jugend aktiv: Die 1. B-Mannschaft spielt in der Staffel 25 des älteren C-Jahrgangs, die 1. C-Mannschaft in Staffel 33 mit den jüngeren C-Jungs. Für die B1, die als 5. C des HSV antritt, stand das erste Auswärtsspiel beim Niendorfer TSV unter einem ganz schlechten Stern: Beide Torhüterinnen fehlten, und so musste Feldspielerin Jennifer Kaminski in den Kasten. Dann fand die Partie auf ungewohntem Grandplatz statt, direkt in der Einflugschneise des Flughafens und gerade einen Kilometer vom Aufsetzpunkt der Landebahn 05 entfernt, und natürlich herrschte entsprechend lauter Flugbetrieb. SAS, Lufthansa, Air Berlin, Emirates, Hamburg International und Co. gaben sich redliche Mühe, das Spiel zu stören. Und das ausgerechnet beim Familienduell! Denn beim HSV traf Stürmerin Carrie Gattke auf ihren Bruder Tobias, der das Niendorfer Tor hütete, und Papa Chris, der die Mannschaft coachte. Zu allem Überfluss wollte sich auch kein Schiedsrichter einfinden, so dass ein Zuschauer einsprang. Keine guten Vorzeichen.

Vanessa Grube hat das 1:0 auf dem Fuß, schießt gegen Tobias Gattke links vorbei

Vanessa Grube hat das 1:0 auf dem Fuß, schießt gegen Tobias Gattke links vorbei

Zu Spielbeginn blieb Lara Wolff draußen. Sie war versehentlich zum falschen Platz gefahren und dementsprechend verspätet eingetroffen. Und dennoch: Der HSV hatte die erste Chance des Spiels. Durch Carrie Gattke. Die zog im Strafraum aus spitzem Winkel ab, aber Bruder Tobias wehrte zur Ecke ab (4.). Kurz darauf war Vanessa Grube durch und schoss links vorbei. Aber auch die Jungs bekamen ihre erste gute Möglichkeit. Paul Holfert spielte einen langen Ball auf Nicolas Beese. Innenverteidigerin Alena Rauch war noch dran, und so bekam Marvin Berthold die Chance. Vor Jenny Kaminski am Ball, probierte er es mit einem Heber, aber die Ersatz-Ersatztorhüterin holte die Kugel im Nachfassen aus der Luft (12.). Auf der Gegenseite warf Femke Günther in der 19. Minute den Ball weit in den Strafraum ein. Dort sprang das Leder auf, Fjolla Gara verlängerte per Stirn – ans Lattenkreuz! Und drei Minuten später setzte die Mittelfeldspielerin einen Freistoß aus 18 Metern drüber.

Jennifer Kaminski pariert hier einen Schuss von Marvin Berthold

Jennifer Kaminski pariert hier einen Schuss von Marvin Berthold

Es sah so aus, als könnte der HSV hier seinen zweiten Sieg einfahren, trotz personeller Sorgen. Wäre da nicht eine Unaufmerksamkeit gewesen. Berthold steckte am Strafraum für Beese durch, und der schob den Ball an Kaminski vorbei ins lange Eck zum 1:0 (23.). Vielleicht hätte eine ausgebildete Torhüterin noch entscheidend eingreifen können, vielleicht aber auch nicht. Kaminski traf jedenfalls keine Schuld. Der HSV war zumindest gleich stark, doch ließ das Team von Thorsten Wenzel in den Aktionen Zielstrebigkeit und Konsequenz vermissen. Durch das 1:0 bekam Niendorf nun Vorteile. Beese spielte von links an den Strafraum zu Timo Schwartz, der drehte sich am Sechzehner um Rauch und schlenzte rechts vorbei (29.). Und nach einem Fehler von Günther bekam Beese selbst die Chance zum 2:0, doch Kaminski wehrte per Fuß zur Ecke ab (31.).

Vanessa Grube muss selbst schmunzeln. Gerade hatte sie wieder eine Chance, aber anstelle ins große Tor traf sie durch die viel kleinere Türöffnung daneben.

Vanessa Grube muss selbst schmunzeln. Gerade hatte sie wieder eine Chance, aber anstatt ins große Tor traf sie durch die viel kleinere Türöffnung daneben.

Die Führung für Niendorf war durchaus nicht unverdient. Nach einer starken Anfangsphase der Rothosen legten sie den Respekt und die „Beißhemmung“ ab. Mit zunehmender Spielzeit wurden die HSVerinnen auch ungenauer und hektischer. Der NTSV hingegen brachte Struktur in sein Spiel und erarbeitete sich das 1:0.

Julia Trabe spielt den Ball ab, Fabian Bruns kommt zu spät

Julia Trabe spielt den Ball ab, Fabian Bruns kommt zu spät

Zum zweiten Durchgang kamen Lara Wolff, Elena Fisahn und Michelle Kämereit für Julia Trabe, Alena Rauch und Lysianne Poleska ins Spiel. Aber zunächst behielt Niendorf die Oberhand. Die Folge: Patrik Bültmann kam aus 15 Metern frei zum Schuss und traf ungestört zum 2:0 ins lange Eck (39.). Und beinahe hätte er das3:0 eingeleitet. Nach einer HSV-Ecke konterten die Jungs schnell über Bültmann. Der bediente Alexander Blanert steil, doch dessen Schuss landete nur am Außenpfosten (43.). Auf der anderen Seite gab es dann Freistoß von der Strafraumgrenze nach einem Handspiel. Fjolla Gara trat an und schlenzte oben links unhaltbar in den Giebel zum 2:1-Anschlusstreffer in der 47. Minute. Ein schönes Tor, das aber am Trend des Spiels nicht viel änderte. Der HSV versuchte sich spielerisch zu behaupten und sorgte durchaus für Schweißausbrüche bei den Jungs, aber Torgefahr kam zu wenig dabei heraus. Anders die Gastgeber. Beese kam zum Abschluss, aber der wurde abgeblockt. Die Mädchen bekamen den Ball jedoch nicht aus der Gefahrenzone, so dass Blanert nochmal abziehen konnte und den linken Pfosten knapp verfehlte (52.).

Fjolla Garas Freistoß schlägt zum 1:2 ein, Tobias Gattke hat keine Chance.

Fjolla Garas Freistoß schlägt zum 1:2 ein, Tobias Gattke hat keine Chance.

Nach einer Stunde war das Spiel aber dann entschieden: Steilpass von Niendorf, Fisahn hob das Abseits auf, Beese zog allein zum Tor und schob zum 3:1 ins kurze Eck. Fünf Minuten vor Schluss fiel dann auch noch das 4:1. Wieder bekam der HSV die Kugel nicht raus, und dann war es Fabian Bruns, der aus 16 Metern über Kaminski hinweg in die Maschen einschoss. Die Niendorfer waren schlichtweg cleverer und nutzten die individuelle leichte Überlegenheit aus. Die Mädchen zeigten gute Ansätze, darüber kamen sie aber leider nur selten hinaus. Zwei Personalien seien aber noch erwähnt: Sowohl der Ersatzschiedsrichter wie auch Jennifer Kaminski im HSV-Tor lieferten ihren Möglichkeiten entsprechend gute Leistungen ab.

Nicolas Beese stellt den Endstand her, Kaminski chancenlos

Nicolas Beese stellt den Endstand her, Kaminski chancenlos


Statistik:

Niendorfer TSV V.: T. Gattke – L. Schwartz, Scholl, Bültmann, Ritter – Samaei – Daniels, Beese, T. Schwartz, Bruns – Holfert — Eingewechselt: Berthold, Reinhold, Blanert

Hamburger SV V.: Kaminski – Trabe, Rauch, Günther, Witte – Poleska, Gara, Peters, Witt – Grube, C. Gattke — Eingewechselt: Fisahn, Kämereit, Wolff

Tore: 1:0 Beese (23.), 2:0 Bültmann (39.), 2:1 Gara (47.), 3:1 Beese (60.), 4;1 Bruns (65.)


Herzlichst,
Euer Fuxi

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