In der zweiten Halbzeit lief nichts mehr

Enttäuschung beim HSV nach dem Spiel

Enttäuschung beim HSV nach dem Spiel

Die 1. D-Mädchen des HSV haben nach dem 0:9 zum Auftakt gegen Wellingsbüttel I. auch ihr zweites Spiel der starken Herbststaffel MD 01 verloren. Gegen den Farmsener TV sah es 30 Minuten lang gut aus, aber nach dem Pausenpfiff lief alles gegen das Team von Trainer Sebastian. Am Ende hieß es nach der „One-Girl-Show“ von Farmsens Andrea 2:6. Unter Mithilfe von Schiedsrichter Michael Kossik.

Zweikampf zwischen Michelle und Laura

Zweikampf zwischen Michelle und Laura

Beide Mannschaften wählen das gleiche System: Zwei hinten und davor eine Raute. Das Spiel begann ausgeglichen und in den ersten zehn Minuten höhepunktsarm. Der FTV hatte durch Andrea die erste kleine Möglichkeit, aber HSV-Keeperin Svea hatte aufgepasst. Die Gäste erspielten sich leichte Vorteile und kamen zur Führung. Andrea vernaschte Laura, ging aufs Tor zu und spitzelte vor Svea zum 0:1 ein (11.). Für Svea mit Folgen: Sie tat sich beim Zusammenprall weh, konnte nach kurzer Behandlung weiterspielen. Nach dem Rückstand erwachte der HSV. Zunächst war ein Distanzschuss von Lisa eine leichte Beute für Torhüterin Simona. Eine Minute später spielte Maya links Selina aus, lief mit Ball zum Strafraum, legte quer auf Wiona, die traf mit links den Innenpfosten, und Jenny staubte zum 1:1 ins Tor ab. Das Tor war toll herausgespielt. Farmsen wirkte geschockt, verlor nach dem Anstoß den Ball und musste sich wieder rückwärts orientieren. Wiona schickte Jenny über rechts. Deren scharfe Hereingabe ließ Simona durch die Hände gleiten, und der rutschte 30 Sekunden nach dem Ausgleich sogar zum Führungstreffer für die Rothosen durch (14.).

Jenny passt von rechts zurück auf Lisa

Jenny passt von rechts zurück auf Lisa

Das saß. Die Partie blieb schnell, beruhigte sich aber hinsichtlich Torraumszenen etwas. Zu sehr, denn der HSV wurde etwas nachlässig. Rechts setzte sich Gurpreet gegen zwei HSVerinnen durch, passte quer, und obwohl Michelle völlig frei vor dem Tor stand, schoss sie überhastet drüber (23.). Aber dieser Warnschuss war als Mahnung zur Vorsicht nicht genug. Eine Minute vor der Pause verlor Anna-Lena an der Seitenlinie den Ball unnötigerweise gegen Gurpreet. Die passte quer, Andrea war vor Svea am Leder und schob es an der Torhüterin vorbei zum 2:2 ins Netz. Aber der HSV bekam noch die Chance zum 3:2, als Jenny von rechts kurz zu Lisa passte. Aus der Drehung zog sie hoch ab, aber Simona kam mit den Händen dran und lenkte den Schuss am Tor vorbei (30.).

Michelle hat die große Chance zum 2:2, schießt aber zur Erleichterung von Keeperin Svea drüber.

Michelle hat die große Chance zum 2:2

Das Remis zur Pause ging in Ordnung. Die Kräfte waren gleichmäßig verteilt, daher war auch der Gleichstand für Farmsen nicht unverdient. Der HSV hatte zwischendrin seine starke Phase gehabt, war aber manchmal zu unkonzentriert. Nach Ballverlusten haperte es etwas im Zurücklaufen und der Abstimmung, und in Überzahl war Farmsen gefährlicher. Fehler nutzten sie konsequent aus.

Lisa vom HSV hat hier das Nachsehen gegen Sechsfach-Torschützin Andrea

Lisa vom HSV hat hier das Nachsehen gegen Sechsfach-Torschützin Andrea

Der zweite Durchgang begann turbulent. Zunächst steckte Andrea auf Michelle durch und leitete die Großchance zum 2:3 ein, aber die schob knapp links vorbei (31.). Kurz darauf musste Svea gegen Andrea retten, als Lisa Anna-Lena angeschossen und so die Chance für Farmsen eröffnet hatte. Dann schickte Selina links Michelle. Gleich drei Abwehrspielerinnen liefen auf sie zu, und so war Andrea bei ihrem Zuspiel völlig blank, Svea chancenlos – 2:3 (34.). Die Rothosen waren zu Beginn der zweiten Hälfte schlecht gestaffelt und unaufmerksam. Das strafte Farmsen ab. Es folgte eine umstrittene Szene: Maya setzte sich links durch und dribbelte auch an der Torauslinie an Selina vorbei, zog zum Tor und netzte ins lange Eck. Doch der Schiedsrichter meinte, den Ball im Toraus gesehen zu haben. Auflösung später.

Jenny als Siegerin des Dreikampfes

Jenny als Siegerin des Dreikampfes

Die HSVerinnen versuchten den Gegenschlag. Wieder hatte Maya die Chance, doch die Torhüterin wehrte ab. Dann verzog Lisa aus 15 Metern (37.). Aber das waren lediglich Nadelstiche, denn die besseren Möglichkeiten hatte der FTV. Nach Steilpass von Michelle schoss Dolores direkt links vorbei (41.). Die Platzherrinnen agierten zu zaghaft, zudem wirkte Farmsen nun insgesamt kräftiger und schneller. Das Spiel fand schwerpunktmäßig in der HSV-Hälfte statt, aber noch blieb es knapp. Svea war in Minute 46 Endstation eines Gästeangriffes, als eine kurz ausgeführte Ecke zu Selina zurück kam, diese vor das Tor passte und Svea den Direktschuss von Dolores aus acht Metern parierte. Auf der Gegenseite rutschte eine Hereingabe von Felicia, inzwischen für Wiona eingewechselt, ab und rauschte Richtung Tor, doch Simona war auf dem Posten.

Svea greift im Nachfassen ein

Svea greift im Nachfassen ein

Zehn Minuten vor Schluss war das Ergebnis noch offen, da Farmsen es verpasste, den Sack zuzumachen. Maya schickte sich nach Zuspiel von Felicia an, den FTV zu ärgern. Sie trieb den Ball von halbrechts zum Tor, zog ab, aber Simona parierte. Und leitete den Gegenzug ein. Der kam über links, Michelle schickte Andrea steil, und die überwand Svea clever zum 2:4 in der 51. Minute. Ihr vierter Treffer im Spiel. Damit war’s gelaufen. Denn Farmsen war nun effektiv. Zwei Minuten vor Schluss kam Gurpreet über rechts, brachte den Ball scharf herein, und Andrea schob ihn unter Svea hindurch zum 2:5. Die HSV-Keeperin hatte dabei Pech, dass sie den Ball nach Ansicht des Schiedsrichters erst hinter der Linie erwischte (58.). Und in der Nachspielzeit legte Gurpreet für Andrea deren sechstes Tor zum 2:6-Endstand auf.

Maya kommt aus aussichtsreicher Position zum Abschluss

Maya kommt aus aussichtsreicher Position zum Abschluss

Man kann darüber streiten, ob das Ergebnis auch in der Höhe verdient ist. Beim HSV gab es im zweiten Spielabschnitt kaum Spielfluss. Vereinzelt hatten sie gute Chancen zum 3:3, aber die noch klareren Möglichkeiten hatten die Gäste. Sie boten zu wenig Gegenwehr, bewegten sich zu wenig ohne Ball. Der HSV suchte die Schuld beim Schiedsrichter, der das 3:3 für den HSV fälschlicherweise, wie von Seiten des FTV zugegeben wurde, aberkannte und auch zwei Seitenaus-Situationen vor Gegentoren falsch beurteilt haben sollte – aber wie sollte er das auch sehen, wenn er im laufenden Spiel vom Mittelpunkt aus nur selten mehr als zehn Meter in die eine und zehn in die andere Richtung lief und sämtliche Aus-Situationen aus 30-40 Metern zu beurteilen versuchte? Dennoch: Der HSV tat im zweiten Durchgang zu wenig für Punkte, die nach Ansicht von Sebastian in der Pause möglich gewesen wären. Farmsens Coach Christian Gorcic war jedoch auch nicht vollkommen zufrieden. Er rügte seine sechsfache Torschützin Andrea für ihre zahlreichen Fehlpässe. Beide Trainer fanden also einige Ansätze für Verbesserungen.


Statistik:

Hamburger SV: Svea – Anna-Lena (51. Lene), Laura, Lisa (56. Lynn), Maya, Jenny (40. Lynn / 49. Jenny), Wiona (42. Felicia / 56. Wiona)

Farmsener TV: Simona – Pia (21. Lina), Selina (54. Michelle), Dolores, Andrea, Gurpreet, Michelle (42. Pia)

Schiedsrichter: Michael Kossik

Tore: 0:1 Andrea (11.), 1:1 Jenny (14.), 2:1 Jenny (14.), 2:2 Andrea (29.), 2:3 Andrea (34.), 2:4 Andrea (51.), 2:5 Andrea (58.), 2:6 Andrea (60.+1)


Herzlichst,
Euer Fuxi

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