Rundblick (8)

Hatte ich ein Schwein, als ich nach Hause kam. Denn da begann die zweite Halbzeit im Frauen-EM-Halbfinale zwischen Deutschland und Norwegen. Was mir bis dahin entgangen war: Norwegen führte mit 1:0 durch einen Treffer von Isabel Herlovsen aus der 10. Minute, und was Thomas Wark da erzählte über den ersten Durchgang… Ohje…

Ich hatte kaum eingeschaltet, da gab es Ecke für Deutschland. Behringer auf den ersten Pfosten, abgewehrt. Nochmal Behringer mit Flanke aus dem Halbfeld, Kulig zog den Kopf ein, und dahinter dann Laudehr – Tooooor! Zwei Minuten später flankte Laudehr auf den Kopf von Okoyino da Mbabi – jaaaa! Danach war Bibbern angesagt, immerhin ist Norwegen keine Kirmesmannschaft. Hab ich geflucht, dass die Konter nicht saßen! Prinz, Grings… Nicht zu glauben. Und dann, zum Ende der Nachspielzeit, macht Bajramaj alles klar und den dritten Jokertreffer zum 3:1 – übrigens das gleiche Ergebnis wie im Endspiel 2005. Deutschland „traditionsgemäß“ im Finale. Und nach dem Frauen-Klassiker gibt’s Donnerstag (wer setzt auf einem Donnerstag ein Turnierfinale an???) den Klassiker der Männer: Gegen England. Die haben sich zwar „nur“ nach Verlängerung gegen die Oranje durchgesetzt, aber England gehört in Europa trotz schwacher Vorrunde mittlerweile mit zu den Großen. Immerhin gewann Arsenal London 2007 den UEFA-Cup, der jetzt Champions League heißt. Und bei der WM 2007 in China trotzten die Britinnen Deutschland im Gruppenspiel das einzige 0:0 des Turniers ab, schieden im Achtelfinale gegen die USA aus. Leicht wird’s in keinem Fall – es sei denn, England macht es Deutschland leicht. Aber wie wahrscheinlich ist das?

Ungefähr so wahrscheinlich, wie es für die spanische Polizei war, dass es in einem Madrider Nobel-Vorort zu Krawallen kommt, die man in Hamburg von der Schanze her kennt. In Pozuelo de Alarcón im Westen der Stadt, unweit der Universität gelegen, randalierten Jugendliche, brannten Streifenwagen ab und versuchten offenbar, die Zentrale der Polizei zu stürmen. Wohlgemerkt: Kein sozialer Brennpunkt, sondern „nur“ ca. 500 besoffene Wohlstandssöhne, deren Eltern anscheinend so erfolgreich sind, dass sie keine Zeit haben, sich um ihre Anhängsel zu kümmern und daher glauben, dass Geld das ersetzen kann. Tja, manche Dinge waren halt früher wirklich besser…

Zum Beispiel die Berliner S-Bahn. Es ist unfassbar: Schon wieder gibt es Probleme und einen Not-Notfall-Fahrplan. Wieder „sicherheitsrelevante Fahrzeugmängel“, laut Berliner Zeitung soll sich das auf die Bremsen beziehen. Die sparen wirklich so lange an der Technik, bis es Tote gibt.

Herzlichst,
Euer Fuxi

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