Rundblick

Der Meister macht vor, wie es geht… Ich war gerade mal auf der HSV-Frauen-Webseite. Oder dem, was die Administration der HSV-Frauen dafür hält. Seit dieser Saison ist nämlich offenbar die Individualität endgültig flöten gegangen. Denn die hsv-frauen.de verweist jetzt auf eine Unterkategorie von hsv.de. Auch der Umfang der gebotenen Informationen ist „sensationell“: Ein stark verpixeltes, weil großgezogenes Mannschaftsbild der Ersten von 2008/09, das ungefähr um den Faktor 2,5 gestreckt wurde. Dazu die Anschrift der Geschäftsstelle, eine Infoseite zu „Women & Friends“ und hochspektakuläre Meldungen wie über einen Dombummel von vier Spielerinnen oder Niersbachs „Team 2011“.

Rechts daneben: Die Spielankündigung des kommenden Wochenendes – HSV gegen Dortmund. Darunter: Das Kurzportrait eines Spielers von Bruno Labbadia. Bei meinem letzten Besuch wurden Christian Groß, Tomas Rincón und Tunay Torun angezeigt. Dazu die Tabelle der Männer-Bundesliga.

Der Meister – wohlgemerkt: Der Meister der Frauen – 1.FFC Turbine Potsdam geht als Vorbild voran: Selbst über ein 6:1 im Test gegen Baruth gibt es einen aktuellen Artikel, während man beim HSV Infos zum 18:0-Sieg in Nettelrede oder dem Bänderriss von Lena Petermann vergebens. Sogar das neue Mannschaftsfoto nebst Kaderliste hat Turbine Potsdam schon drin. Nicht nur Turbine. Auch der SC Freiburg ist hochaktuell. Die Bayern bieten sogar Youtube-Videos vom Photoshooting für die neue Saison oder zum 3:1-Testsieg der Zweiten gegen Memmingen!

Und wie geht das? Mit vielen, vielen Menschen, die mit Herz dabei sind, sich engagieren und nicht durch Gängelung und Zurschaustellung administrativer wie sozialer Inkompetenz von Leitenden vertrieben werden. Vielleicht sollte ich nicht mehr darüber bloggen, aber es beschäftigt mich, und dieses Dilettantentum regt mich auf.

Was mich auch aufregt: Terrorismus. Der echte wie der geschürte. Über letzteren könnte man so viel bloggen, und in jedem Satz käme Schäuble vor. Aber auch der Terror der Eta in Spanien, speziell auf Mallorca. Es gibt die normale Polizei, die Policía Nacional, die Guardia Civil, die Policía Autonómica und die Gemeinde- und Stadtpolizeien. Und sie alle schaffen es nicht, der Eta wirklich zuzusetzen und Spanien insgesamt sicherer zu machen. Auch wenn bei den jüngsten Anschlägen in Palma keine Verletzten oder Toten zu beklagen waren, waren die beiden Polizisten der Guardia Civil die Opfer Nummer 826 und 827. Knapp 350 davon waren Zivilisten. Mein Bezug zur aktuellen Bombenserie: Ich war mit meiner Freundin im November 2006 auf Mallorca, und unter anderem spazierten wir auch durch das Einkaufszentrum unter dem Plaça Major, in dem am Sonntag die dritte Bombe detonierte.

Leider habe ich nur Bilder vom Plaça Major, nicht von der Mall darunter. Aber dieser Platz ist für meinen Geschmack einer der schönsten in Palma.

Placa Major in Palma de Mallorca, Westseite

Westseite des Plaça Major, zum Teatre Principal hin; das Gläserne ist einer der Eingänge zum Einkaufszentrum unter dem Platz

Nordseite des Placa Major, zur Calle de San Miguel gelegen

Nordseite des Plaça Major mit Durchgang zur Calle de San Miguel

Placa Major in Palma

Plaça Major in Palma

Wenn sich die spanische Polizei allerdings so dilettantisch anstellt, wie die deutschen Behörden es bei der Observation der Sauerlandgruppe offenbar getan haben (wie die Netzeitung berichtet), dann ist der Fortbestand der ETA kein Wunder. Als Wunder mutet allerdings an, dass die deutschen Polizeikräfte doch vor einem Anschlag die Gruppe ausgehoben hat. Mal ehrlich: 10 Observationsfahrzeuge hauen schlagartig ab, nachdem einem durch einen Terroristen die Reifen zerstochen wurden, und das BKA pfeift vernehmbar Schutzpolizisten bei einer Routinekontrolle zurück – mit solcherlei „Taktik“ hätten sie Mohammed Atta auch nicht gekriegt. Da baut der Schäuble zusammen mit dem Bosbach und der von der Leyen so schöne Stasi-2.0-Gesetze, und dann scheitert sowas noch an der Kompetenz der Exekutive…

Was hoffentlich nicht scheitert: Die „Cashkurs“-Talkshow von und mit „Mister Dax“ Dirk Müller, die im Herbst auf N24 wöchentlich laufen soll. Ich gehöre zu denen, die sein Buch „CRASHKURS“ verschlungen haben und beeindruckt davon sind, wie er sich als Börsenmakler dennoch mit seiner eigenen Meinung vom „Fraktionszwang“ löst. Ich weiß nicht, was darin alles hundertprozentig stimmt. Seine Ansichten und Interpretationen begründet er jedoch immer, und selbst wenn davon welche falsch sind – Irren ist bekanntlich menschlich, und nichts ist so intransparent wie die Finanzmärkte -, ergeben sie ein konsitentes und seriöses Bild. Dass er selbst sagt, man solle ihm nicht unbesehen glauben, kann man als kleinen Bonus anrechnen, seinen Appell zur Eigenverantwortlichkeit für seine Altersvorsorge und an den gesunden Menschenverstand, nur in solche Finanzprodukte zu verwenden, die man auch versteht, sind bei den Bemühungen und Versprechungen der Bankberater/-verkäufer nur allzu notwendig.

Für mich ist es jedenfalls ein guter Grund, mich auf diese Sendung zu freuen. Immerhin ist er quasi der „einsame Rufer in der Wüste“, der betonte, dass Aktien in der Krise nicht ins Depot gehören, und der, obwohl er eine logische Erklärung für den aktuellen 5.400er-DAX findet, diesem nicht „traut“. So wenig wie ich.

Herzlichst,
Euer Fuxi

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