Nachgebloggt (2)

In meinem Urlaub war ja eine Menge los, über das ich nicht bloggen konnte. Zwei HSV-Spiele, zum Beispiel.

Ich saß also am Montag im Wohnwagen vor dem Fernseher und verfolgte das DFB-Pokalspiel des HSV in Düsseldorf. Ich vernahm das 1:0 durch Petric, das mal wieder toll herausgespielt war, und frohlockte. Umso blasser wurde ich, als Düsseldorf das 1:1 schaffte. Und das 2:1. So dämlich stellt sich doch wirklich nur der HSV in der Defensive an! Trochowskis 2:2 war ein schönes Tor, aber insgesamt zu wenig. Okay, über eine rote Karte für den Düsseldorfer Keeper nach der Notbremse an Pitroipa und den möglichen Spielverlauf hernach kann man diskutieren. Aber wie man sich so kreuzdämlich anstellen kann, in der Verlängerung – anstelle das 4:2 zu machen – in letzter Sekunde das 3:3 zu kassieren, und das gegen einen Zweitligaaufsteiger, werde ich in hundert Jahren nicht verstehen. Immerhin stimmte die Leistung im Elfmeterschießen mal zur Abwechslung, anders als etwa gegen Werder im Halbfinale der letzten Spielzeit. 👿

Und als ich dachte, schlimmer könnte es nicht werden und die Jungs von Labbadia hätten es wohl begriffen, kam Randers. Okay, es war eine B-Elf, auch wenn Kommentator Wolf-Dieter Poschmann noch zu Spielbeginn lobte, der Kader sei auf jeder Position doppelt besetzt. Das Spiel vor immerhin über 40.000 erwartungsfrohen Zuschauern bewies eindrucksvoll das Gegenteil. Nennt mich einen Auguren und Hetzer (das hat beim HSV ja eine gewisse Tradition), aber gewisse Spieler haben gegen Randers eindrucksvoll nachgewiesen, dass der Kader keine 18 bundesligatauglichen Spieler umfasst. Marcus Berg kann eine Verstärkung im Sturm sein, zeigte gute Ansätze. Und Pitroipa brachte immerhin noch etwas Bewegung in eine klinisch tote Truppe. Aber Ben-Hatira beispielsweise untermalte ganz gut, warum keine Bundesligamannschaft mit Ambitionen ihn gebrauchen kann. Von den Alptraumflanken des Venezolaners Rincón ganz zu schweigen. Warum Marcell Jansen zur Nationalelf fährt, verstehe ich auch nicht. Die Reise nach Aserbaidschan dürfte für ihn in der Form doch höchstens einen touristischen Seltenheitswert haben.

Umso mehr Sorgen macht mit der Bundesligaauftakt in Freiburg. Deren 2:0 in Elversberg riss zwar auch niemanden vom Hocker, aber was man mit dem puren Willen zum Sieg vor allem gegen den HSV erreichen kann, zeigten die letzten beiden Gegner der Hanseaten eindrucksvoll. Ich werde wohl am Radio bibbern.

Das würde ich wohl weniger, würde Ivica Olic noch beim HSV spielen. Der kickt aber mittlerweile für Bayern und traf beim 1:1 in Hoffenheim zur Führung. Ausgerechnet Olic, der sich ja so gut mit Carlos Eduardo versteht… Bei Meister Wolfsburg scheint es ja nur Dzeko, Grafite und Misimovic zu geben. Im Pokal waren die drei an allen vier Toren ausschließlich beteiligt, gegen Stuttgart durften am Freitag Gentner und Riether immerhin schon die Vorlagen geben. Sie entwickeln sich unter Veh weiter… 😉 Auch Magath scheint bei Schalke zu wirken. Immerhin trifft Kuranyi wieder, und schon haben sie ihn wieder lieb. Dass sie Magath brauchen, ist logisch – 50 Jahre ohne Schale schaffte Wolfsburg nur, weil sie erst seit 1997 in der 1. Bundesliga spielen.

Wie sagte der Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann in „Samstag Live“ (DSF, Live-Ergebnis-Blabla, an diesem Tag mit Kommentator Jörg Dahlmann, Mega-Experte Thorsten Knippertz, Schalke-Fan Peter Nottmeier von „switch“ und Nicht-Next-Topmodel Fiona Erdmann)? „Werder Bremen wird seinen Weg machen.“ Bei dem Bundesliga-Auftakt fragt man sich allerdings: Wohin? 2:3 in Frankfurt. Mit einem Tor von Saisonstart-Torjäger Boubacar Sanogo in seinem x-ten Bundesliga-Anlauf. Und Leverkusen untermauerte mit seinem 2:2 in Mainz, dass das Versagen im Endspurt der Vorserie vielleicht doch nicht an Bruno Labbadia lag. Die 1:0er von Dortmund gegen Köln und Hertha BSC gegen Hannover hätte man schon so tippen können.

Dass die zweite HSV-Mannschaft in der Regionalliga da wieder anfängt, wo sie letzte Saison auch schon war, war jetzt keine große Überraschung. 1:1 gegen die Weltauswahl aus Meuselwitz – ein Punktgewinn. Nicht anders als der VfB Lübeck gegen zehn Magdeburger. Dass die spielen, wusste ich allerdings auf der Rückfahrt vom Campingplatz ohne Blick auf den Spielplan: Auf der A1 kamen mir mehrere Ladungen geballter Ordnungsmacht aus Eutin entgegen. Jene „dritte Mannschaft“ also, die sich ja unlängst beim FC St. Pauli und den Besuchern der Fankneipe „Jolly Roger“ unglaublich beliebt gemacht haben soll. Die AFC-Deerns, also die 1. Frauenmannschaft des Verbandsligisten Altona 93, brachte bei einem Benefizkick zugunsten des verletzten Journalisten immerhin eine Spendensumme von 1.000 Euro zusammen. Und putzte die Landesligakickerinnen von St. Pauli mit 6:0. Nachahmenswert. Denn wie man im Lawblog des geschätzten Düsseldorfer 🙄 Rechtsanwaltes Udo Vetter hin und wieder nachlesen kann, scheinen sich die Polizeitruppen dieser Bundesrepublik mit den eigenen Regeln („Petitessen“ wie das Strafgesetzbuch oder das Grundgesetz) vermehrt schwerer zu tun, oder es wird dank Blogs einfach immer mehr drüber geschrieben – weder das eine noch das andere sind sonderlich erfreuliche Aussichten.

Herzlichst,
Euer Fuxi

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